Neues Elektro- und Elektronikgerätegesetzes

Discounter und Supermärkte müssen alte Elektrogeräte zurücknehmen

Aldi und Lidl müssen bald alte Elketrogeräte zurücknehmen.
Aldi und Lidl müssen bald alte Elketrogeräte zurücknehmen.
© dpa, Pa, vge

07. Mai 2021 - 11:49 Uhr

Neue Regeln ab Januar 2022

Wohin mit dem alten Elektroschrott? Eine Entsorgung im Hausmüll kommt nicht in Frage, die Fahrt zum Wertstoffhof ist oft nur mit dem Auto möglich. Kein Wunder, dass viele ausgemusterte Elektrogeräte im Keller verschwinden. Mit einem neuen Gesetz will die Bundesregierung die schlechte Recyclingquote bei Elektrogeräten verbessern. Jetzt hat auch der Bundesrat dem Gestz zugestimmt. Vor allem für Discounter wird das Folgen haben.

Einheitlichen Kennzeichnung für Elektrosammelstellen

Verbraucher können alte Elektrogeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Handys künftig auch in Discountern und Supermärkten abgeben. Eine entsprechende Gesetzesänderung hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Voraussetzung ist, dass die Ladenfläche größer als 800 Quadratmeter ist und die Läden selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte verkaufen. Die neuen Regeln treten im Januar 2022 in Kraft.

Geschäfte müssen kleine Geräte wie den ausgedienten Taschenrechner oder eine Powerbank auch annehmen, wenn sie anderswo gekauft wurden. Größere Geräte wie alte Fernseher können jedoch nur abgegeben werden, wenn ein neues Gerät gekauft wird - etwa, wenn ein Supermarkt im Rahmen einer Aktion Fernseher anbietet. Auch Online-Händler müssen den Elektroschrott kostenlos und unkompliziert zurücknehmen und recyceln.

Hintergrund ist, dass in Deutschland bisher weniger alte Elektrogeräte eingesammelt werden als eigentlich von der EU vorgeschrieben. Bürger sind verpflichtet, ihren Müll zu trennen - dazu gehört auch, dass Elektroschrott weder in den Restmüll noch in die gelbe Tonne oder den gelben Sack gehört.

Auch Online-Händler in der Recycling-Pflicht

Auch Online-Händler sollen ihren Kunden bei jedem Kauf von neuen Elektrogeräten eine kostenlose Abholung und Entsorgung der alten Geräte anbieten. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass sich durch die neuen Regelungen die Sammel- und Recyclingquote erhöhen wird. "Leicht erreichbare Sammelstellen sind die beste Voraussetzung, um alte Elektrogeräte richtig zu entsorgen. Werden Altgeräte ordentlich gesammelt, können Schadstoffe verlässlich ausgeschleust und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden", sagte Ressortchefin Svenja Schulze.

Alte Handys, Taschenlampen oder Rasierer würden sonst vergessen in Schubladen lagern. "Andere Altgeräte enden im Restmüll oder werden illegal vermarktet. Das muss sich ändern", forderte Schulze. Nach Angaben ihres Ministeriums wurden rund 86 Prozent der gesammelten Elektroaltgeräte im Jahr 2018 recycelt. Allerdings wurden im selben Jahr nur rund 43 Prozent der in Verkehr gebrachten Elektroaltgeräte auch wirklich gesammelt.

Quelle: DPA / AZE

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