Teambus ausgebremst

Rostock-Fans feiern auf der Autobahn

Fans des FC Hansa Rostock feierten den Auswärtssieg bei Unterhaching - hier noch im Stadion
Fans des FC Hansa Rostock feierten den Auswärtssieg bei Unterhaching - hier noch im Stadion
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16. Mai 2021 - 10:28 Uhr

Spontan-Party auf der A9

Beim Auswärtsspiel in Unterhaching kommt Hansa Rostock dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ein großes Stück näher. Die mitgereisten Fans feiern erst vor dem Stadion - und einige von ihnen später auch auf der Autobahn. Ihnen drohen jetzt Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Mitgereiste Fans des Drittligisten FC Hansa Rostock haben den wichtigen Auswärtssieg ihres Teams bei der SpVgg Unterhaching auf der A9 bei Ingolstadt gefeiert - und ein Verkehrschaos ausgelöst. Auf der Rückreise begleiteten am Samstag etwa 30 Fahrzeuge den Mannschaftsbus ihres Teams, wie die Polizei mitteilte. Am Autobahndreieck Hollendau im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm bremsten die Fans den Bus und somit auch den nachfolgenden Verkehr aus und blockierten einige Minuten alle drei Fahrbahnen.

Mehrere - teils alkoholisierte - Fans verließen ihre Autos und feierten auf der Fahrbahn, schwenkten Fahnen und zündeten Bengalos. Ein Video, das offenbar aus dem Teambus aufgenommen wurde, zeigt, wie enthusiastische Männer gegen die Scheiben klopfen und die Mannschaft feiern. Zuvor hatte Hansa mit 1:0 gegen Unterhaching gewonnen - und steht nun kurz vor dem Aufstieg in die 2. Liga. Schließlich konnte ein Großaufgebot der Polizei mit mehr als 200 Einsatzkräften mehrere beteiligte Fahrzeuge identifizieren und die Beteiligten kontrollieren.

Die Beamten stellten die Personalien von 17 Personen fest. Es wurden Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr und Landfriedensbruch eingeleitet. Zudem wurden Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie das Infektionsschutz- und das Betäubungsmittelgesetz festgestellt. Nur durch Zufall sei durch die Blockade kein Mensch verletzt worden. Auch Sachschaden sei nicht entstanden.

Es sei "eine recht seltsame Art, einen Sieg zu feiern", zitierte der Donaukurier einen Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, der die Vorkommnisse am Samstag auf der A9 kommentierte. (ntv.de/dpa/sid/msc)