Drama bei Wildschweintreibjagd in Frankreich

17-jährige Jägerin erschießt versehentlich 25-jährige Wanderin

Symbolbild: Bei einer Jagd in Frankreich ist es jetzt zu einem tödlichen Unfall gekommen.
Symbolbild: Bei einer Jagd in Frankreich ist es jetzt zu einem tödlichen Unfall gekommen.
sab, dpa, Christian Charisius

Eigentlich will eine 17-Jährige in Frankreich lediglich ihrem Hobby, der Jagd, nachgehen, doch dann passiert ihr ein tragischer Fehlschuss. Bei einer Treibjagd trifft das Mädchen nicht etwa Wildschweine, wie sie eigentlich vorhat, sondern eine 25-jährige Wanderin. Noch am Unfallort erliegt sie ihren schweren Verletzungen. Und das ist in Frankreich keine Seltenheit. Doch warum passieren dort immer wieder solch schwere Jagdunfälle?

17-jährige Jägerin steht unter Schock

Am Samstag, den 19. Februar 2022 kommt es in Cantal, einem sehr hügeligen Gebiet im französischen Zentralmassiv zu einem dramatischen Unfall. Eine 25-jährige Französin ist mit ihrem Freund auf einem ausgeschilderten Wanderweg spazieren. Plötzlich wird sie von einer Kugel getroffen. Abgefeuert von einer erst 17-Jährigen, die an einer Wildschweintreibjagd teilnimmt. Die Kugel trifft die Wanderin in der linken Körperseite. Für sie kommt jede ärztliche Hilfe zu spät. Die 25-Jährige verstirbt noch am Unfallort.

Die Jägerin, die einen ordnungsgemäßen Waffenschein und eine Schießlizenz besitzt, wird mit dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung von der Polizei festgenommen. Die 17-Jährige steht unter Schock. Sie wird zunäschst in ein Krankenhaus gebracht und dort auch psychologisch betreut, wie die französische Zeitung „Le Monde“ berichtet.

In Frankreich passieren immer wieder tödliche Jagdunfälle

Bérangère Abba (45), Staatssekretärin für Biodiversität ist über den tödlichen Unfall mehr als bestürzt, wie sie jetzt auf Twitter schreibt. Dort erklärt die 45-Jährige auch, dass die 17-Jährige bereits seit ihrem 16. Lebensjahr den Jagdschein besitzt und das aktuelle Drama wahrscheinlich auf „fehlende Erfahrung“ zurückzuführen sei.

Immer wieder kommt es in Frankreich zu Jagd-Unfällen. Was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet ist, dass es das Land mit den meisten Jägern in ganz Europa ist. Dort besitzen rund vier Millionen Menschen einen Jagdschein. Doch wieso passieren immer wieder so schwere Unfälle? Ein Grund dafür, könnten die abweichenden Regeln sein. So ist Frankreich das einzige Land in Europa, in dem es keine jagdfreien Tage gibt. Hier kann die Jagd an jedem Tag während der Saison ausgeübt werden. Seit dem Jahr 2000 sind bereits über 400 Menschen durch Jagdunfälle in Frankreich ums Leben gekommen. (rgä)