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Flüchtlingskrise

Die Flüchtlingskrise der Jahre 2015/2016 hat zu einem starken Anstieg der Flüchtlingsbewegungen geführt. Die EU stand deshalb vor einer großen Herausforderung.

Flüchtlingskrise picture alliance / Robert Geiss | Robert Geiss

Der Begriff Flüchtlingskrise wird auf den Zeitraum 2015/2016 bezogen, als in der EU die Anzahl der einreisenden Menschen aus Drittstaaten sprunghaft angestiegen ist. Der Flüchtlingsstrom aus Kriegsgebieten und armen Regionen der Welt nahm zu, die Staaten Europas standen vor der Aufgabe, Lösungen zu entwickeln.

Welches Ausmaß hat die Flüchtlingskrise?

Von 2014 auf 2015 steigerte sich die Anzahl der neu gestellten Asylanträge von 627.000 auf 1,3 Millionen. Im Jahr 2016 registrierten die Behörden 1,26 Millionen zusätzliche Asylbewerber. Die Schließung der Balkanroute und das EU-Türkei-Abkommen trugen zur Absenkung der Zahlen im Jahr 2017 auf rund 650.000 Neuankömmlinge bei.

Wie werden die Flüchtlinge auf die EU-Mitgliedsstaaten verteilt?

Vor der Flüchtlingskrise hatten die EU-Staaten diverse Vereinbarungen hinsichtlich der Aufnahme von Flüchtlingen getroffen. Insbesondere das Dubliner Abkommen aus dem Jahr 1990 und das Schengener Abkommen aus dem Jahr 1985 regelten die Verteilung der Flüchtlinge. Einige Staaten weigerten sich jedoch aufgrund der großen Anzahl an Flüchtlingen, Menschen aufzunehmen. Die Asylpolitik der EU und die Integrationskraft sowie das Solidaritätsprinzip wurden auf die Probe gestellt. Nationalstaatliche Flüchtlingspolitik traf auf EU-Flüchtlingspolitik und die Forderung nach internationaler Zusammenarbeit. Als Bestandteil der Flüchtlingskrise kann auch das Erstarken nationalkonservativer, nationalistischer und rassistischer Gruppierungen in EU-Staaten gewertet werden, die in zahlreichen Ländern in die Parlamente einzogen.

Todesopfer durch die Flüchtlingskrise

2.297 Menschen starben auf der Mittelmeerroute im Jahr 2018 beziehungsweise werden vermisst. Es handelt sich hierbei nur um eine von vielen Routen, beispielsweise erfolgen auch Reisen durch die Sahara. Die Erfassung genauer Todeszahlen ist aufgrund der Umstände der Reise erschwert. Schätzungen gehen davon aus, dass auf dem Seeweg im Jahr 2018 rund 30.000 Menschen gestorben sind. Die von den Flüchtenden und den Schleusern verwendeten Boote sind stark überladen, wodurch die Gefahr des Kenterns steigt. Zudem sind viele der Boote nicht hochseetauglich und die Insassen erhalten keine Schwimmwesten oder sonstigen Sicherheitsvorkehrungen.