Wer zahlt Schäden an Weihnachten und Silvester?

© dpa, Soeren Stache

06. August 2015 - 13:39 Uhr

An Weihnachten und Silvester häufen sich die Unfälle.

Feuer am Weihnachtsbaum oder dem Adventskranz, Glatteis, oder Schäden durch Böller und Raketen: Zum Jahresende häufen sich in Deutschland die Unfälle. Aber wer zahlt, wenn etwas passiert ist?

Wir geben Ihnen einen Überblick.

Welche Versicherung haben Sie?

Ein Großteil der Schäden, die in der Weihnachtszeit und rund um Silvester entstehen sind durch Ihre Versicherung abgedeckt.

Vorausgesetzt, sie haben entsprechende Policen abgeschlossen. Standard sind natürlich die Private Haftpflichtversicherung, die für einen Großteil der von Ihnen (oder Ihren Kindern) verursachten Schäden übernimmt. Beispiel: Mit dem Schneeball eine Scheibe einwerfen.

Schäden innerhalb Ihres Hauses sollte Ihre Hausratsversicherung abdecken. Ob Ihnen der Adventskranz und damit vielleicht auch der Tisch mit anbrennt oder aber wenn der Weihnachtsbaum Feuer fängt. Wenn Ihr Haus aber abbrennt und Sie sind nicht versichert kann es immense Folgen haben. Sie können auch mit Ihrem Vermieter sprechen, ob es eine Hausratversicherung gibt, die Ihre Wohnung/Ihr Haus mit abdeckt. Achtung: Wurde der Brand durch 'grobe Fahrlässigkeit' verursacht, zahlt die Versicherung nicht. Jeder, der ein Feuer in der Wohnung anzündet, hat eine Aufsichtspflicht. Brennen beispielsweise Kerzen in der Küche, wäre es grob fahrlässig, die Wohnung für einen Einkauf zu verlassen. Ein Gang zur Toilette ist dagegen vollkommen vertretbar.

Äußere Schäden an Ihrem Haus/Ihrer Wohnung durch mutwillige Taten anderer übernimmt die Wohngebäudeversicherung. Beispiel: Ein Fremder zerstört ihre Blumenkübel mit Silvesterböllern.

Sollten Sie sich aus irgendwelchen Gründen selbst verletzen, beispielsweise weil Sie über einen Bordstein stolpern und sich den Fuß brechen, dann springt Ihre Unfallversicherung ein.

Verletzt durch Böller

Feuerwerkskörper bedeuten immer eine erhöhte Gefahr. Für jeden, der mit den Knallern herumhantiert, besteht deshalb eine erhöhte Sorgfaltspflicht. Beim Abbrennen müssen Feuerwerker einen Platz auswählen, von dem aus fehlgeleitete Geschosse aller Voraussicht nach keinen Schaden anrichten können - im Allgemeinen sollte der Abstand mehr als zehn Meter betragen. Wer das nicht befolgt, handelt fahrlässig und wird bei verursachten Schäden schadensersatzpflichtig.

Schäden an Weihnachten oder Silvester

Schnee und Eis vor dem Haus

Wer zahlt, wenn Sie auf eisglattem Gehsteig stürzen und sich verletzen?

Für Hauseigentümer oder Mieter besteht im Regelfall eine Räum- und Streupflicht. Bei einem Unfall muss festgestellt werden, ob diese Verkehrssicherungspflicht verletzt wurde. Dann sollte die Haftpflichtversicherung des Verantwortlichen einspringen.

Schnee und Eis in der Umgebung

Sollten Sie auf öffentlichen Verkehrswegen auf Schnee und Eis stürzen und sich verletzen wird die Frage der Schuld und damit auch der Haftung komplizierter. Gefährlichere Wege sind meist mit Schildern wie "Benutzung auf eigene Gefahr" markiert Dort, wo solche Schilder die Haftung nicht ausschließen, haftet die Kommune und damit nicht Sie. Wenn Sie sich allerdings unsachgemäß verhalten haben, beispielsweise mit glatten Schuhen über Eis gerannt, könnten auch Sie selbst Schuld sein. Achten Sie auf Zeugen und Beweise, die Ihre Unschuld am Unfall zeigen. Hilfreich ist in jedem Fall eine Unfallversicherung.

Schäden durchs Winterwetter

Wenn durch Wind, Schnee und Eis an Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung Schäden entstehen, kommt die Haftung auf Ihre Gebäudeversicherung an. Diese deckt im Regelfall Schäden durch Leitungswasser, Sturm oder Feuer. Schäden durch Schnee sind aber häufig nicht abgedeckt. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach.