Antworten auf die wichtigsten Fragen

Welchen Lichtschutzfaktor fürs Gesicht? So blicken Sie im Sonnenschutz-Dschungel durch

Mit einer einfachen Methode, tragen Sie nie mehr zu viel oder zu wenig Sonnencreme auf.
Mit einer einfachen Methode, tragen Sie nie mehr zu viel oder zu wenig Sonnencreme auf.
© IMAGO / Panthermedia

03. Mai 2022 - 13:33 Uhr

von Johanna Luda

Schutz vor der Sonne ist wichtig – vor allem im Gesicht! Wer seine junge und gesunde Haut behalten will, sollte unbedingt zu Sonnenschutz greifen. Produkte mit Lichtschutzfaktor gibt es wie Sand am Meer. Doch wie viel LSF ist genug und wie bindet man den Lichtschutzfaktor am besten in die tägliche Routine ein? Dr. med. Jan-Olaf Piontek, Hautarzt und Leiter des Hautlaser-Zentrums Rheinbach/Mechernich erklärt, was es rund um das Thema Lichtschutzfaktor im Gesicht zu beachten gibt.

So funktionieren Lichtschutzfaktoren:

Vorab klären wir die Frage: Wie funktionieren Lichtschutzfaktoren überhaupt? Es gibt chemische und mineralische Lichtschutzfilter. Chemische Filter liegen nach dem Auftrag in der oberen Lederhaut und nehmen durch Absorption von bestimmten Wellenlängen Energie auf. Diese geben sie in Form von Wärme wieder ab.

Mineralische Filter liegen hingegen auf der Haut und reflektieren auf die Haut treffende Strahlung. Beide Filter schützen gleichermaßen und sind in den heutigen Lichtschutzpräparaten in Kombination enthalten. Nur in wenigen Fällen wie bei bestimmten Hauterkrankungen, ist es ratsam, auf einen bestimmten Filter zu setzen.

Doch warum ist der Schutz im Gesicht so wichtig?

Dr. Piontek erklärt im Gespräch mit RTL: "Die Gesichtshaut sollte besonders geschützt werden, da sie dauerhaft schädlicher UV-Strahlung ausgesetzt ist. Sobald Sonnenlicht auf unsere Haut trifft, bekommen wir DNA-Schäden in der Haut. Je klarer der Himmel, desto stärker ist die UV-Strahlung und desto mehr Sonnenschäden erwerben wir in einer kurzen Zeitspanne." Durch den täglichen Auftrag eines Sonnenschutzes schützen Sie sich und ihre Haut daher vor:

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So verwenden Sie Sonnenschutz richtig:

Wer gut geschützt sein möchte, sollte laut dem Hautarzt idealerweise täglich zum Sonnenschutz greifen. Produkte mit Lichtschutzfaktor werden am besten morgens aufgetragen. Ob Sie zu einer Tagespflege mit LSF oder zur normalen Sonnencreme greifen, sei hierbei egal. Beide Produkte haben eine pflegende Wirkung und enthalten einen Lichtschutzfaktor - große Unterschiede gebe es hier nicht.

Wie hoch der LSF sein sollte, kommt auf den Hauttyp und auf die Dauer der Sonneneinwirkung an. Je heller der Hauttyp, desto höher sollte auch der Lichtschutzfaktor sein. Zu empfehlen ist hier lieber zu hoch als zu niedrig.

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Wie viel Lichtschutzfaktor ist genug?

Auf diese Frage gibt es keine klare Antwort, denn: Laut Dr. Piontek gibt es aktuell keine standardisierte Definition, wie viel LSF pro ml Sonnenschutz enthalten sein müsse. Das sei ein Problem, denn hierdurch werde tendenziell zu wenig Sonnenschutz verwendet.

Grundsätzlich rät der Hautarzt dazu, den Sonnenschutz großzügig aufzutragen. Auch hier gelte: Besser zu viel als zu wenig! Es solle so viel aufgetragen werden, wie die Haut aufnimmt.

Macht Sonnenschutz Pickel?

Viele Produkte mit LSF sind aufgrund der geringeren Produktionskosten fettlöslich und somit sehr fettig. Da Fett die Poren verstopft, kann es vermehrt zu Pickeln kommen. Es gibt allerdings auch wasserlösliche Sonnenschutzprodukte. Es empfiehlt sich daher, je nach Hauttyp im Gesicht eher fettärmere Produkte zu verwenden.

Wichtig: Besonders bei Produkten, die die Poren verschließen, sollte die Haut am Ende des Tages gut gereinigt werden. Hier sollte zu einem an dem Fettgrad der Haut angepassten Präparat gegriffen werden. Welches Produkt das Richtige für Sie ist, erkennt Ihr Arzt oder Apotheker oft auf einen Blick - Fragen lohnt sich!

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Darauf sollten Sie bei Produkten achten:

Bei der allgemeinen Hautpflegeroutine rät der Hautarzt: "Weniger ist mehr!" Das Einzige, was bewiesenermaßen Anti-Aging wirke, sei Sonnenschutz. Unzählige andere Produkte gleichzeitig zu verwenden, sei daher überflüssig.

Wenn Sie jedoch mehrere Produkte verwenden möchten und hierbei verschiedene Cremes mit Sonnenschutz und Make-up kombinieren, sollten die verschiedenen Produkte vom selben Hersteller sein.

Das hat den Hintergrund, dass die Verträglichkeit zwischen verschiedenen Cremes und Beautyprodukten verschiedener Marken nicht getestet wird. Es können jedoch Reaktionen zwischen den chemischen Wirkstoffen auftreten, die sogar zu Fehlpigmentierungen führen können. Auch Kontaktallergien, also Unverträglichkeiten auf Inhaltsstoffe, können so entstehen.

Unsere Tipps sind:

  • Getönter Sonnenschutz, da er gleich zwei Produkte vereint - wichtig ist jedoch, genug Produkt zu verwenden, um ausreichenden Sonnenschutz zu gewährleisten
  • Make-up Produkte mit LSF, da unter diesen nicht zwingend LSF aufgetragen werden muss

UVA- oder UVB-Filter? Hier liegt der Unterschied:

UVA-Strahlung kommt hauptsächlich in Sonnenbänken vor und ist besonders schlecht für unsere Genetik, wodurch das Krebsrisiko erhöht wird. Sonnenbänke sollten daher unbedingt vermieden werden, denn auch neuere Technologien basieren auf der schädlichen UVA-Strahlung.

UVB-Strahlung kommt vor allem im Sonnenlicht vor und ist höher energetisch als UVA-Strahlung. Auch hier ist daher ein guter Sonnenschutz notwendig. In den neuen Präparaten sind die verschiedenen Filter allerdings kombiniert. Sie müssen beim Kauf also nicht auf einen bestimmten Filter achten.

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