Muss man nicht verstehen

Weihnachtsbaum-Irrsinn: Bei uns gibt's vier verschiedene Steuersätze für Tannenbäume

In Deutschland gibt es vier verschiedene Steuersätze für Weihnachtsbäume.
© dpa, Felix Kästle, lix bwe

18. Dezember 2018 - 21:25 Uhr

Schon gewusst?

Weihnachtsbaum ist Weihnachtsbaum. Würde man denken. Klar, da gibt's Nordmanntanne oder Blaufichte. Je nachdem ob's nicht nadeln oder schön riechen soll. Aber es ist auch ein Unterschied, wo man den Baum kauft. Denn davon hängt bei uns ab, wie viel Umsatzsteuer wir zahlen. Kein Quatsch. In Deutschland gibt es vier verschiedene Steuersätze für Weihnachtsbäume. Je nachdem, wie er aufgewachsen ist und wer ihn verkauft.

Welcher Steuersatz darf's denn sein?

Wer seine Tanne fürs Fest zum Beispiel direkt beim Förster oder Bauern kauft - und wenn der Baum zufällig irgendwo im Wald gewachsen ist - der zahlt nur 5,5 % Umsatzsteuer.

Ein Bäumchen aus dem Baumarkt - da verlangt das Finanzamt dann schon 7%.

10,7 % Steuer sind fällig, wenn der Baum von einem Landwirt in einer Großkultur - also auf einer Weihnachtsbaumplantage - aufgezogen wurde.

19 % Steuern sind in jedem Fall fällig, wenn der Baum fertig geschmückt erworben wird. Das gleiche gilt für Kunststofftannen.

Ja, da kann man sich schon mal fragen: haben die noch alle Nadeln am Baum, würde nicht eine Umsatzsteuer reichen? Da sieht man den Weihnachtsbaumwald vor lauter Zahlen nicht. Und wem das noch nicht verrückt genug ist: Das Geschäft mit dem Weihnachtsbaum kann sich noch viel komplizierter gestalten kann. Das zeigt unsere Grafik!

Kleine Tannen im Trend

Preislich müssen sich Weihnachtsbaum-Käufer übrigens in diesem Winter auf einen leichten Anstieg von 0,50 bis 1 € den laufenden Meter einstellen. Grund dafür ist, dass Angebot und Nachfrage nicht mehr so ausgeglichen seien wie in den Vorjahren. Das sagt Saskia Blümel vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger.

Fast konstant bleibt seit Jahren mit 27 Millionen die Zahl verkaufter Tannen. Bei der Auswahl zeigen sich die Deutschen konservativ: Die Nordmanntanne dominiert mit 80 %, gefolgt von der Blaufichte (auch Blautanne genannt) mit 15 % - die restlichen 5 % spielen kaum eine Rolle.

Allerdings gibt es dieses Jahr einen Trend zur kleineren Tanne, so Blümel. Bisher galt wohl: je größer, desto besser. Weihnachtsbäume hatten lange eine Durchschnittshöhe von zwei Metern. Dieses Jahr sind sie mit 1,5 Meter deutlich kleiner. Der Bundesverband führt dies auf die geringere Höhe von Neubauwohnungen zurück. Auch Regionalität sei für viele Käufer zunehmend von Bedeutung.