Homeoffice verschärft Verspannungsprobleme

Gegen den Laptopnacken hilft nur eines: Bewegung, Bewegung, Bewegung

Wer viel am Laptop arbeitet, leidet schnell an Verspannungen. Dagegen hilft ein regelmäßiger Positionswechsel und viel Bewegung nach Feierabend.
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22. Mai 2020 - 7:04 Uhr

Homeoffice-Bedingungen sind meist alles andere als ideal

Um den Rücken von Büro-Arbeitern zu schonen, ergreifen Arbeitgeber in der Regel die empfohlenen Maßnahmen: Ein richtiger Monitor, am besten höhenverstellbar, an einem passenden Tisch mit ergonomischem Stuhl. Davon ist die Realität im Corona-Homeoffice oft weit entfernt: Der Bürostuhl ist nicht wirklich ergonomisch, weil er im Hinblick auf gelegentliche Nutzung angeschafft wurde, die Arbeit findet am Laptop statt und der Tisch ist auch nicht höhenverstellbar. Wie sollen Heimarbeiter jetzt damit umgehen? Orthopädie-Professor Bernd Kladny gibt Tipps.

Droht jetzt allen ein Laptopnacken?

Droht da, analog zum sogenannten Handynacken, ein Laptopnacken - also ein Schaden durch die ständige ungewohnte Kopfhaltung beim Blick nach unten? Prof. Bernd Kladny von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) gibt Entwarnung: Die Kopfneigung sei bei der Laptop-Arbeit nicht so ausgeprägt wie beim Smartphone-Blick. "Wer jetzt mal zwei oder drei Monate so arbeitet, muss keine bleibenden Schäden fürchten."

Hohe Belastung für Muskeln und Wirbelsäule

Allerdings: Es bleibt eine Fehlhaltung. "Und die bedeutet immer eine Überlastung der Muskulatur, weil die in dem Fall den Kopf in dieser ungewohnten Haltung stützen muss", so Kladny. Ein Kopf wiegt etwa vier bis fünf Kilo - auf Dauer ist das also durchaus Arbeit für die Muskulatur und die Wirbelsäule. "Hinzu kommt bei der Arbeit am Laptop noch, dass die Tastatur anders ist - dadurch wird auch die Schulter-Nacken-Region belastet."

Verspannungen und Schmerzen seien daher vorprogrammiert - beim einen mehr, beim anderen weniger. Auch Stress, andere Belastungen und das individuelle Schmerzempfinden spielen hier eine Rolle.

Immer regelmäßig die Position wechseln

Was also tun? Kladny sagt: Bewegung, Bewegung, Bewegung! Und zwar in Form von Ausgleichssport nach Feierabend, aber auch während der Arbeit selbst: "Man sollte bei Schreibtischarbeit grundsätzlich nicht dauerhaft in derselben Position sitzen", so der Experte. Ideal seien zwei bis drei Positionswechsel pro Stunde. "Das muss man sich auch aktiv vornehmen - ansonsten passiert es schnell, dass man das in der Konzentration vergisst."

IM VIDEO: Yoga für Nacken und Schultern

Wenn durch langes Sitzen im Büro und im Homeoffice oder andere belastende Tätigkeiten Nacken und Schultern verspannt sind, hilft oft nur noch eine Schmerztablette. Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist Yoga eine wunderbare Möglichkeit, etwas für seinen Körper zu tun. Doch selbst, wenn der ganze Bereich um Hals, Nacken und Schultern bereits schmerzt, kann man mit diesen Yoga-Übungen den Schmerzen etwas entgegensetzen. Sehen Sie dazu die Übungen in unserem Video: