Freizeitspaß birgt Lebensgefahr

Warum das Betreten von Eisflächen so gefährlich ist

Einsatzkräfte der DLRG üben das Retten einer Person, die in das Eis eingebrochen ist.
Einsatzkräfte der DLRG üben das Retten einer Person, die in das Eis eingebrochen ist.
© DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Steph Dittschar (DLRG)

12. Februar 2021 - 13:16 Uhr

Eisflächen in Hessen sind dünner als vermutet

Eisige Temperaturen, strahlend blauer Himmel und ein zugefrorener See – die perfekte Kombination für eine Runde Schlittschuhlaufen. Gerade in Corona-Zeiten scheint dies für viele die perfekte Freizeitbeschäftigung zu sein. Doch das Betreten der Eisflächen kann schnell lebensgefährlich werden.

Zwei Frauen ins Eis eingebrochen

Besonders im Wetteraukreis laden gefrorene Eisflächen zum Freizeitvergnügen ein. Im Umland von Friedberg und Butzbach waren am Donnerstag bereits viele Spaziergänger und Freizeitsportler auf den überfluteten und zugefrorenen Wiesen unterwegs. In Altenstadt-Höchst musste die Feuerwehr ausrücken. Hier brachen zwei Frauen ins Eis und konnten sich nicht mehr selbst befreien. Sie wurden ins Krankenhaus eingeliefert und ärztlich versorgt.

Eisflächen vermitteln trügerische Sicherheit

Für viele Schneeliebhaber wirken überflutete Auen sicherer als zugefrorene Seen oder fließende Gewässer. Diese Sicherheit ist jedoch trügerisch. Auch hier ist die Eisdecke häufig instabil. Wenn sich das Hochwasser zurückzieht, können Hohlräume unter dem Eis entstehen. Zusätzlich ist die Eisfläche unterschiedlich dick. Ein sicheres Betreten ist nur möglich, wenn die Fläche amtlich geprüft und freigegeben wurde. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) braucht das Eis Zeit, um tragfähig zu werden.

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Das sollten Sie beachten

Die DLRG hat wichtige Tipps, um ein sicheres Wintervergnügen zu ermöglichen:

  • Dunkle Stellen im Eis sind ein wichtiger Hinweis dafür, dass das Eis noch viel zu dünn ist. Beim Betreten besteht Lebensgefahr!
  • sollte das Eis knistern und knacken, flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und dann in Bauchlage zum Ufer bewegen
  • besondere Vorsicht sollte man bei verschneiten Eisflächen, bewachsenen Uferzonen und bei Seen, die von Bächen und Flüssen durchzogen sind, walten lassen
  • die Eisdicke kann an den Ein- oder Ausflüssen komplett anders sein, als auf dem Rest des Sees
  • wer sich trotzdem auf Eis wagen möchte: vorher nach geeigneten Rettungsmitteln umschauen (umgedrehter Schlitten, Leiter, Seil)

Tiere sind in den seltensten Fällen gefährdet

Auf zugefrorenen Seen sind immer wieder Schwäne oder Enten zu sehen, die unbeweglich auf dem Eis sitzen. Die Tiere befinden sich aber in den seltensten Fällen in Lebensgefahr oder sind festgefroren. Die Unbeweglichkeit der Tiere ist eine Überlebensstrategie – so sparen sie Energie. So lange sie genügend Nahrung und Ruhe haben, ist nicht von einer Gefährdung auszugehen. Die Feuerwehr warnt ausdrücklich davor, Eisflächen zu betreten, um vermeintlich gefährdete Tiere zu retten.