Vom FC Bayern in die vierte türkische LigaSinan Kurt - der Absturz einer großen Fußball-Hoffnung

Sinan Kurt galt einst als eines der größten deutschen Fußball-Talente. 2014 verpflichtete ihn der FC Bayern München für rund drei Millionen Euro, dort sollte er zum Star reifen. Doch es folgte ein Absturz nach dem nächsten. In seiner Vita tauchen Namen von Fußball-Klubs auf, die selbst Nerds kaum beklannt sein dürften. Zuletzt war der 26-Jährige sogar mehr als ein Jahr auf Jobsuche. Nun startet er einen Neuanfang. In der Türkei. In Liga vier. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.
Misserfolge pflastern seinen Weg
Rückblick: Wir schreiben das Jahr 2014: Sinan Kurt ist 18 Jahre alt – und spielt im Nachwuchs von Borussia Mönchengladbach alle schwindelig. Auch dem großen FC Bayern München verdreht das Sturm-Talent die Augen. Nach langem Hickhack verpflichtet der Rekordmeister den Youngster für drei Millionen Euro und stattet ihn mit einem Dreijahresvertrag aus. Setzt alle Hoffnungen in ihn – und wird alsbald enttäuscht. Zum einen scheint ihm der plötzliche Aufstieg auch allzu schnell zu Kopfe gestiegen zu sein, zum anderen kann der ehemalige Junioren-Nationalspieler die Erwartungen nicht erfüllen. In anderthalb Jahren schafft er es auf einen Pflichtspieleinsatz.
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Neuanfang in der Südtürkei
Was folgte, war der schrittweise Abstieg in die Niederungen der Fußballwelt. Über Hertha BSC (gescheitert) kam er 2019 zur WSG Tirol nach Österreich (gescheitert). Von dort aus ging es zum deutschen Regionalligisten SV Straelen (gescheitert) und weiter zum damaligen slowakischen Erstligisten FC Nitra. Im Sommer 2021 wurde er als Handlungsreisender in Sachen Fußball dann jäh gestoppt. Seitdem war er auf Vereinssuche. Fast anderthalb Jahre später nun ist wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen. In der vierten türkischen Liga findet der heute 26 Jahre Sinan Kurt beim Klub Karaman FK eine neue sportliche Heimat.
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"Der Club hat eine gute Ausstattung und gutes Wetter"
„Ich werde hier härter arbeiten und zu meiner alten Stärke und Leistung zurückfinden“, sagte Kurt bei seiner Vorstellung beim Spitzenreiter der vierten Liga, der es auch mithilfe von Kurt in die erste Liga (Süper Lig) schaffen will. „Wir möchten mit deutschen Tugenden und türkischem Herzblut langfristig in die erste türkische Liga. Hierfür bringen wir unsere Erfahrungen aus Deutschland ein und versuchen derzeit, unseren Heimatverein nachhaltig im türkischen Profifußball zu etablieren. Hier zählen auch Transfers von deutsch-türkischen Talenten wie Sinan Kurt dazu“, sagt Karamans Ehrenpräsident Mehmet Ali Han, der auch beim Regionalligisten Berliner AK diesen Posten innehat.
Nun muss Sinan Kurt „nur“ noch den Rat seines ehemaligen Trainers Pal Dardai befolgen und „seinen Arsch bewegen“. Ob’s diesmal klappt? „Der Club hat eine gute Ausstattung und gutes Wetter“, befand Kurt unlängst. Na dann, hoffen wir das Beste … (mli)



