Staatsanwaltschaft Ravensburg ermittelt

Baby (9 Monate) tot - kurz nach Kammerjäger-Einsatz: Starb das Mädchen am Gift?

Symbolbild: Ein Kammerjäger beim Einsatz.
Symbolbild: Ein Kammerjäger beim Einsatz.
© picture alliance, Andrey Popov

12. August 2021 - 11:55 Uhr

Kammerjäger war kurz vor dem Tod des Säuglings in der Wohnung der Eltern

Im komatösen Zustand kam ein Säugling am Dienstag vor einer Woche in ein Krankenhaus im Landkreis Ravensburg. Zwei Tage später starb das neun Monate alte Mädchen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Ravensburg jetzt mitteilten. Sie ermitteln wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Denn kurz zuvor hatte es einen Kammerjäger-Einsatz in der Wohnung der Eltern gegeben – die Ermittler gehen nun dem Verdacht eines Zusammenhangs mit dem tragischen Todesfall nach.

Ravensburg: Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung

Da das neun Monate alte Mädchen vor seinem Tod Symptome einer Intoxikation gezeigt hatte, bestehe der Verdacht des Zusammenhangs mit dem Kammerjäger-Einsatz am Tag vor der Klinik-Einweisung, so die Polizei Ravensburg. Es bestehe der Verdacht, dass der Säugling in der Wohnung mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel in Berührung gekommen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat daher ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt eingeleitet.

Die Ermittlungen sollen vor allem klären, in welchem Umfang das kleine Mädchen mit der giftigen Substanz in Berührung gekommen ist. Ebenfalls soll festgestellt werden, ob einzelnen Personen ein sorgfaltspflichtwidriges Verhalten im Zusammenhang mit dem Tod des Kindes vorgeworfen werden kann. Eine Obduktion wurde laut Staatsanwaltschaft bereits durchgeführt. Das toxikologische Gutachten, "welches längere Zeit in Anspruch nehmen wird", steht den Angaben zufolge noch aus. Die Ermittler durchsuchten die Räumlichkeiten des Schädlingsbekämpfungs-Unternehmens. (csp, swi)