PETA appelliert an Katzenhalter

Herbstkatzen unbedingt kastrieren lassen!

Herbstkätzchen sind jetzt rund fünf Monate alt - und damit bald reif für die Sterilisation oder Kastration
Herbstkätzchen sind jetzt rund fünf Monate alt - und damit bald reif für die Sterilisation oder Kastration
© Helena - Fotolia

08. März 2021 - 12:15 Uhr

Eine Katze ist verantwortlich für 370.000 Nachkommen

Wenn bei Ihnen vor kurzem ein Kätzchen eingezogen ist, das im Herbst letzen Jahres geboren wurde – dann wird es jetzt Zeit, mit dem Tierarzt über eine Kastration oder Sterilisation zu sprechen. Denn passiert das jetzt nicht, dann vermehren sich Freigänger massenhaft. Davor warnt die Tierschutzorganisation PETA jetzt. Eine einzige Katze und ihre Nachkommen können in nur sieben Jahren bis zu 370.000 Katzenbabys in die Welt setzen! Und niemand weiß, wohin mit den Tieren.

Wohin mit all den Katzen?

Geschätzt 14,7 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Den meisten davon geht es gut, sie sind schon seit Jahren geliebte Familienmitglieder. Aber nicht wenige Katzen sind erst mit Beginn der Corona-Pandemie bei den Deutschen eingezogen.

Und ist der Lockdown erstmal vorbei und endet damit die einsame Zeit für viele Menschen, die sich genau dafür ein Haustier angeschafft haben, könnten die Tierheime überflutet werden von plötzlich ungewollten tierischen Mitbewohnern.

Sind die Heime aber sowieso schon gut gefüllt, weil sich gerade freilaufende Katzen auch noch unzählig vermehren, wird es eng.

"Halter von Herbstkatzen sind also aufgerufen, ihre Tiere im Februar oder spätestens März kastrieren zu lassen, um ungewollten Nachwuchs und somit weiteres Tierleid zu verhindern.", sagt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA.

Jetzt handeln bei diesen Katzenrassen

Siam Katzen gelten als frühreif: schon nach vier bis fünf Monaten können sie sich vermehren
Siam Katzen gelten als frühreif: schon nach vier bis fünf Monaten können sie sich vermehren
© hoen_media - Fotolia, Jörg Hoen

Haben Sie eine Katze dieser Rasse, heißt es jetzt Tempo: orientalische Katzenrassen wie die Abessinierkatze, Heilige Birma oder Siamkatze können sich sogar schon nach dem vierten bis fünften Monat vermehren.

Aber: Nicht alle Katzen sind so früh schon geschlechtsreif. Bei einigen Rassen beginnt die Pubertät und damit die Möglichkeit, sich fortzupflanzen etwas später. Dazu zählen zum Beispiel große und langhaarige Katzenrassen – etwa die Maine Coon oder Norwegische Waldkatze. Diese Katzenrassen werden etwa erst nach einem Jahr geschlechtsreif.

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Risiken, Vorteile und Kosten

Kastration und Sterilisation: das hört sich erstmal grausam an. Ist es aber nicht. Denn für die Tiere ist die Operation unbedenklich, sie gehört zu den absoluten Routine-Eingriffen unter Tierärzten.

Der Eingriff ist also relativ risikoarm – gefährlich wird es aber für Tiere, die ohne Katzenhalter, Haus oder Wohnung in der freien Wildbahn leben müssen, weil niemand sie aufgenommen hat. Gerade für das Stadtleben sind unsere Katzenrassen nicht geschaffen und so können bereits einfache Erkrankungen oder Verletzungen, die im Straßenverkehr entstehen, für diese Katzen ohne tierärztliche Versorgung schnell tödlich enden.

Kastrierte und sterilisierte Kater und Katzen haben dagegen eine höhere Lebenserwartung. Sie markieren viel seltener ihr Revier, pieseln nicht mehr in sämtliche Ecken und werden zudem noch zahmer.

Bei Katern spricht man von der Kastration, sie kostet in der Regel zwischen 80 und 85 Euro.
Sterilisation ist der Begriff für den in etwa gleichen, aber etwas komplizierteren Eingriff bei Katzen. Dafür sollten sie ungefähr 140 Euro einkalkulieren.

Kastrationspflicht würde helfen

Katzenbabys sind süß - aber wenn sie niemand um sie kümmert, führen sie ein leidvolles, kurzes Leben.
Katzenbabys sind süß - aber wenn sie niemand um sie kümmert, führen sie ein leidvolles, kurzes Leben.

Und genau die fordert PETA seit Jahren. Einige Bundesländer und Städte haben mittlerweile ein Kastrationsgebot für Freigänger-Katzen eingeführt. In rund 900 Städten und Gemeinden müssen Katzen, die ins Freie raus dürfen, kastriert, registriert und gekennzeichnet werden.