Schlechte Nachrichten für alle Freunde des Bonussytems

Diese Änderungen bei Payback verärgern viele Kunden

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10. Januar 2020 - 11:53 Uhr

Dm und Galeria Kaufhof sorgen für Unmut

Alle, die mit der Payback-Bonuskarte fleißig Punkte sammeln, müssen sich seit Beginn dieses Jahres auf Änderungen einstellen. Nachdem Kunden bei der Drogeriemarktkette dm seitdem nämlich weniger Punkte für ihre Einkäufe bekommen, steigt nun Galeria Kaufhof komplett aus dem Payback-Bonusprogramm aus. Aber was passiert jetzt mit den bei Kaufhof gesammelten Bonuspunkten? Und was bedeuten die Veränderungen konkret für den Verbraucher?

Nur noch halb so viele Punkte bei dm

Bislang sammelten dm-Kunden mit dem Bonusprogramm Payback pro Euro Einkauf einen Punkt. Mit Start des neuen Jahres halbiert Drogerie-Markt dm die Vergabe von Payback Punkten: Zukünftig sammelt man hier nur noch einen Punkt pro zwei Euro Umsatz. Dafür setzt dm auf ein Coupon-System: So soll es beispielsweise künftig Coupons geben, die die zehn- oder auch 20-fache Anzahl an Punkten bringen. Außerdem erhalten Kunden über eine neue dm Rabatt-App verschiedene Preisnachlasse.

Galeria Kaufhof ist komplett raus

Noch einschneidender ist der Schritt von Galeria Kaufhof. Die Warenhauskette hat ihre Partnerschaft mit Payback zum Januar komplett eingestellt. Statt dessen setzt das Unternehmen auf ein eigenes Bonussystem.  Aber was bedeutet das konkret für Kunden?

Punkte verfallen nicht
Die Punkte, die vor dem 31. Dezember bei Galeria Karstadt Kaufhof gesammelt wurden, verfallen nicht. Unabhängig davon, wo die Kunden von Payback ihre Punkte gesammelt haben, bleiben diese drei Jahre erhalten. Diese können dann bei anderen Payback-Partnern und im Prämienshop eingelöst werden.

Payback-Karten können weiter verwendet werden
Und auch die Payback-Karten von Galeria Kaufhof können weiter verwendet werden. Sie verlieren durch das Ende der Partnerschaft nicht ihre Gültigkeit.

Gutscheine aus Payback-Punkten weiter gültig - aber nur bei Galeria Kaufhof
Gutscheine für Galeria Kaufhof, die mit den Payback-Punkten erworben wurden, verfallen nicht. Die Gutscheine sind ab dem Ausstellungsdatum mindestens drei Jahre lang gültig. Wichtig ist das Datum, welches auf dem Gutschein steht. 
Achtung: das gilt nicht für Karstadt. Obwohl die beiden Kaufhäuser sich vor einem Jahr zu einem gemeinsamen Unternehmen zusammengeschlossen haben, können Gutscheine aus Payback-Punkten nicht bei Karstadt eingesetzt werden.

Statt auf Payback setzen Galeria Kaufhof und Karstadt auf ein hauseigenes Bonussystem. Wer bereits eine Karstadt-Kundenkarte besitzt, nimmt automatisch an diesem neuen Programm teil. Neukunden können sich in Kaufhof- und Karstadtfilialen neu dafür anmelden. Bei jedem Einkauf erhalten Kunden von Galeria Karstadt Kaufhof – ähnlich wie früher bei Payback – Punkte,  Coupons und Gutscheine.

Grundsätzlich gilt: Augen auf bei Payback & Co

Payback und Deutschlandcard sind zwei Schwergewichte unter den unzähligen deutschen Bonus- und Kundenkartenprogrammen. Ihr Vorteil: die beiden Bonuskarten beschränkten sich nicht auf eine Branche, sondern bieten ein umfassendes Rabatte-Netz an. Aber Rabatte per Plastik-Kärtchen sind bei den Deutschen insgesamt sehr beliebt. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen nutzen fast drei Viertel der Deutschen Treueprogramme und Bonussysteme wie Payback. 

Das Prinzip ist einfach: pro Einkauf erhält der Kunde Punkte, die gesammelte Punkte können dann ab einem bestimmten Betrag beim Einkauf verrechnet werden oder gegen Prämien eingetauscht werden. Verbraucherschützer kritisieren die Bonuspunkt-Systeme allerdings immer wieder: Payback-Kunden würden beim Kauf viele Daten von sich preisgeben. Das Problem: aus den im Kartenantrag gemachten persönlichen Angaben können zusammen mit den Umsatzdaten Nutzungs- oder sogar Kundenprofile erstellt werden. Je häufiger man die Rabattkarte einsetzt, desto genauer also kann das Konsumverhalten beobachtet und entsprechende Prognosen für die Zukunft aufgestellt werden. Stichwort: "gläserner Kunde".

Außerdem bemängeln Verbraucherschützer, dass die Rabatte verhältnismäßig mager ausfallen würden. Viele, der Prämien würde Kunden bei anderen Anbietern sehr viel günstiger erhalten. Bei einer Untersuchung hat die Stiftung Warentest festgestellt: Bei den weitverbreitetsten Punktekarten von Payback und Deutschlandcard sparen Kunden selten mehr als 1 Prozent der Kaufsumme. Tauscht der Sammler dann seine Punkte gegen eine Prämie ein, ist die Zuzahlung teilweise höher als der Preis des Produkts im Handel. Der Rat der Tester: nicht blenden lassen und immer die Preise vergleichen.

Was gibt es noch für Bonuskartensysteme