RTL News>News>

Oberdieten (Hessen): Angehörige von Unfallopfern rasen Krankenwagen hinterher und verprügeln Sanitäter

Nach Unfall mit Schwerverletzten

Angehörige von Unfallopfern rasen Krankenwagen hinterher und verprügeln Sanitäter

ARCHIV - 17.10.2015, Recklinghausen: Ein Rettungswagen der Feuerwehr fährt mit Blaulicht durch eine Straße (Aufnahme mit langer Belichtungszeit). Um nach einem Krankenhausbesuch nach Hause zu kommen, hat ein 40-Jähriger in einen Rettungswagen gestohl
Zwei Männer verfolgen einen Rettungswagen und verprügeln den Sanitäter- (Symbolbild)
mku rho mg fdt, dpa, Marcel Kusch

Das macht selbst die Polizei fassungslos

Bei täglichen Einsätzen der Polizei gibt es nichts, was es nicht gibt. Im hessischen Oberdieten bei Marburg haben nun zwei Männer die Rettungsarbeiten nach einem Unfall behindert. Besonders kurios: Sie sind nach Polizeianagben sogar Angehörige der Unfallopfer. Dennoch behinderten sie die Rettungsmaßnahmen. Die Polizei hat nun Anzeige erstattet.

Lese-Tipp: Rettungskräfte werden immer häufiger Opfer von Gewalt

Was ist überhaupt passiert?

Auf der Bundesstraße 253 kam es am Dienstag zu einem frontalen Zusammenstoß zwischen einem abbiegenden Skoda und einem entgegenkommenden Mitsubishi. Der 33 Jahre alte Fahrer des Skodas erlitt leichtere, die beiden Insassen im Mitsubishi, der 57 Jahre alte Fahrer aus Bad Laasphe und seine 52-jährige Ehefrau, schwere Verletzungen.

Nach der Unfallmeldung machte sich ein Rettungswagen auf den Weg zum Einsatz. Zwei Männer im Alter von 30 und 33 Jahren bemerkten das und verfolgten den Rettungswagen, ohne auf die geltenden Verkehrsregelungen zu achten. Wie sich später rausstellen sollte, sind die beiden Männer Angehörige des am Unfall beteiligten Ehepaares.

Als der Rettungssanitäter – ohne zu wissen, dass es eine Verbindung zu den Unfallopfern gibt –die beiden Männer auf ihr rücksichtsloses Verhalten ansprach, griffen sie den Sanitäter erst verbal an und schlugen dann auf ihn ein und behinderten so die Rettungsarbeiten. Verletzt wurde dadurch glücklicherweise niemand.

Konsequenzen für Querulanten

Selbst nach dem Eintreffen der Polizei reagierten die Angehörigen nicht auf Weisungen und behinderten die Rettungsmaßnahmen. Nur die Intervention der Polizei verhinderte wohl weitere Übergriffe.

Die beiden 30 und 33 Jahre alten Männer werden sich für die angezeigten Geschwindigkeits-, Abstands- und Rotlichtmissachtungen und den tätlichen Angriff auf den Rettungssanitäter vor Gericht verantworten müssen. (kmü)