Verstopfter Abfluss & Umweltverschmutzung

Medikamente, Reis & Co.: Diese Dinge dürfen nie durch die Spüle entsorgt werden

Diese Dinge niemals in der Spüle entsorgen!
Diese Dinge niemals in der Spüle entsorgen!
© Valerio Rosati/RTL

10. Oktober 2021 - 9:58 Uhr

Eklig-glitschig-fettiges Zeug im Spülbecken

Was wird nicht alles durch die Spüle gespült! Eigentlich doch alles - solange es flüssig ist oder durch die Löcher des Abfluss-Siebes passt. Die üblen Konsequenzen zeigen sich erst nach einiger Zeit, dann aber mit voller Wucht: Nichts geht mehr! Der Abfluss ist verstopft, da hilft nur noch der Klempner. Und das kann teuer werden. Außerdem ist es sogar verboten, Abfälle durch Spüle und Klo zu entsorgen, weil es die Klärwerke belastet. Denn einige Dinge führen nicht nur zur Verstopfung des Abflussrohrs, sondern schaden auch der Umwelt.

Lebensmittel verstopfen die Rohre

  • Fett und Öl sind quasi Gift für den Abfluss: Da sich Fett und Wasser nicht vermischen, verbindet sich eine allmählich dicker werdende Schicht mit den Rohr-Innenseiten. Rohrreiniger funktionieren nur auf den ersten 60 Zentimetern im Inneren des sogenannten Knies. Verstopfungen dahinter sind damit nicht zu bewältigen und es droht zudem ein unangenehmer Geruch. Zudem sorgt Öl in den Klärwerken für einen höheren Reinigungsaufwand, wobei wiederum mehr Energie verbraucht wird. Pfannen mit viel Fett sollten deshalb besser vor dem Spülen mit Küchenpapier ausgerieben werden.
  • Keinen (ungekochten) Reis in den Ausguss. Jawohl, die kleinen Reiskörner passen gut durch die Löcher im Abfluss. Danach kleben sie sich aber an den Fettfilm im Rohr und quellen allmählich zu einer immer größer werdenden Glibber-Masse auf. Am besten legen Sie sich einen feinen Siebeinsatz für die Küchenspüle zu. Der fängt die Reiskörner auf.
  • Ebenso sind auch Gries und Semmelbrösel klebrig und quellen auf. Reste bitte nicht runterspülen.
  • Auch Gelatine ist Gift für den freien Abfluss. Reste von Pudding, Tortenguss und Süßspeisen gehören in den Biomüll.
  • Spaghetti neigen dazu, sich durch das Abflusssieb zu schlängeln. Es lohnt sich, sie dort wieder herauszufischen.
  • Tee gilt als gesund, die Blätter haben im Abwasser allerdings nichts zu suchen: Verstopfungsgefahr! Die gleiche Gefahr droht bei heruntergespültem Kaffeesatz. Dieser heftet sich gerne an Fett.
  • Liegen Kartoffelschalen lange im Wasser, quellen sie auf, werden durch die Stärke klebrig und breiig. Nicht durchs Rohr spülen!
  • Bei Eiern aufpassen und einen Siebeinsatz benutzen. Die feinen Eierschalen mit den Häutchen hängen sich nämlich zu gerne an den vorhandenen Fettfilm.
  • Besonders fies ist Mehl in der Spüle. Durch das Wasser entsteht eine klumpige Pampe, die alles verstopft.
  • Auf Obst oder Gemüse finden sich oft kleine Produkt-Sticker. Einmal abgeputzt und schon landet der Sticker im Spülbecken und verschwindet im Ausguss. Die Sticker lösen sich nicht im Wasser auf und setzten dem Rohr zu. Vor dem Waschen darauf achten, dass der Sticker auf Obst und Gemüse entfernt wurde.

Tipps zum Reinigen von Abflussrohren ohne Chemie haben wir für Sie zusammengestellt.

Umweltsünde: Medikamente, Kosmetika und Putzmittel

  • Ob Hustensaft, Schmerztablette oder Salbe: Medikamente gehören keinesfalls in den Abfluss, sondern direkt in den Müll. Sie können giftige Spuren hinterlassen, und das ist fatal für die Umwelt. Viele Kläranlagen können die Chemikalien aus den Medikamenten nicht herausfiltern. Dadurch enden sie im Trinkwasser.
  • Gleiches gilt für Putzmittel. Die Chemikalien gehören nicht in den Abfluss und können schlecht herausgefiltert werden. Im besten Fall Hausmittel oder biologische Putzmittel benutzen.
  • Ebenso ist das Entsorgen von Altöl durch den Abfluss eine Umweltsünde.
  • Kosmetika belasten durch das immer noch oft vorhandene Mikroplastik die Umwelt immens. Es ist versteckt in Duschgel, Shampoo oder Lippenstift. Das Plastik gelangt durch die Abflussrohre in Gewässer und Meere. Wenn Wildtiere dieses Wasser trinken, gelangt das Mikroplastik in ihre Organismen. Auch im Trinkwasser ist das Mikroplastik bereits angekommen. Als Alternative bieten sich Bio-Produkte oder Naturkosmetik an. (pdr)

LESE-TIPP: Diese Dinge sollten Sie niemals die Toilette herunterspülen!