US-Star mit neuer Serie "Ze Network" auf RTL+

Looking for David Hasselhoff

David Hasselhoff plant Imagewechsel Interview mit David Hasselhoff
03:49 min
Interview mit David Hasselhoff
David Hasselhoff plant Imagewechsel

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von Lukas Pöggeler

Er ist immer noch gut in Form. David Hasselhoff wird in wenigen Tagen 70 Jahre, als wir ihn zum Interview zu seiner neuen Serie „Ze Network“ (jetzt auf RTL+ streamen) in Monaco treffen. Die Erwartungen sind hoch. Mit seinem legendären Lauf im Intro von „Baywatch“ wurde er zur Ikone. Doch mit der neuen RTL+ Serie will sich Hasselhoff nochmal neu erfinden. Im Video erklärt er, wie er das vor hat.

David Hasselhoff - der Rettungsschwimmer?

David Hasselhoff beim Interview in Monaco
David Hasselhoff beim Interview in Monaco.
Patrick Rosen, RTL

Klar, beim Interview in Monaco läuft der Amerikaner nicht mehr so kraftstrotzend und doch leichtfüßig wie damals als Rettungsschwimmer. Erst kürzlich wurde er am Knie operiert. Doch Hasselhoff ist immer noch fit – und weiß, was er will: „Hey, freut mich sehr. Wie lang brauchen wir heute für das Interview?“

Hasselhoff kommt zum Punkt. Mit „Knight Rider“ kam der Durchbruch, der allein wohl schon für eine Weltkarriere gereicht hätte. Doch Hasselhoff legte noch einen drauf. Mit „Baywatch“ wurde er endgültig ein Weltstar. Dass er dabei oft belächelt wurde und hinter seinen Rollen verschwand – in der öffentlichen Wahrnehmung sogar eins mit Michael Knight oder Mitch Buchannon wurde – er nahm es hin. Spielte damit. Profitierte davon.

„Suchst du uns ein Restaurant für heute Abend raus, Honey?“ Ehefrau Hayley Roberts nickt bejahend vom Seitenrand. Die 42-Jährige ist Ehefrau Nummer 3 von Hasselhoff. Sie ist seine Stütze, wenn ihm etwas nicht sofort einfällt, wenn ihm ein Name fehlt. Geschichten fallen ihm aber zuhauf ein.

Was ist real? Was Fiktion?

„Corona hat auch positive Seiten. Als ich in München war, hat mich mit der Maske niemand erkannt. Ich konnte einfach so ins Hofbräuhaus – bekam dort einen kleinen eigenen Raum und konnte die Kultur genießen.“ Dass das zwar nicht die Antwort auf die gestellte Frage war – geschenkt. Hasselhoff kommt ins Reden, ins Schwärmen. Ohne Punkt und Komma. „Die neue Serie ist ganz anders als alles, was Sie bislang gesehen haben!“

Dabei ist „Ze Network“ (jetzt auf RTL+ streamen) auf den ersten Blick ein klassisches Hasselhoff-Projekt. Er spielt sich selbst. Oder zumindest eine Version von sich. Und schnell wird klar: Hasselhoff jongliert mit den Klischees, die ihn umgeben – wie im realen Leben. „Ich mache nie wieder einen Cameo-Auftritt“, schwört er sich und seiner fiktiven Managerin in der Einstiegsszene. Nur um danach acht Folgen lang sich selbst zu spielen.

Spielerischer Ausgangspunkt der Serie: Niemand will ihn, den alternden Star, mehr sehen. Wie viel Wahrheit darin steckt? „Das ist jedem selbst überlassen“, sagt er mit einem Schmunzeln im Interview. „Was ist real? Was Fiktion?“

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"Ich möchte als Schauspieler ernst genommen werden"

David Hasselhoff beim Interview in Monaco.
David Hasselhoff möchte mit "Ze Network" sein Image verändern.
Patrick Rosen, RTL

Was in der Serie aber wie im echten Leben zutrifft: In der Heimat seiner Ur-Ur-Großmutter ist er nach wie vor eine Kultfigur. „Knight Rider“ (jederzeit auf RTL+ anschauen), „Baywatch“ und natürlich sein legendärer Auftritt an der Mauer, als er „Looking for Freedom“ sang. Nachdem ihm jahrelang spöttisch nachgesagt wurde, er habe die Mauer persönlich kaputt gesungen, distanziert er sich seit einiger Zeit davon. Mit „Ze Network“ soll jetzt sowieso alles anders werden: „Ich möchte als Schauspieler ernst genommen werden. Ich möchte zeigen, dass ich mehr kann.“

Dabei machte er schon viel. Neben seiner Schauspielerei und Musik war er eine Zeit lang Juror bei sowohl der amerikanischen als auch britischen Version von „Das Supertalent“, moderierte seine eigene Talkshow in Schweden, spielte in Musicals und Theatern, hatte einen Kurzauftritt bei Big Brother und vieles mehr. Doch irgendwann die Kehrtwende: „Ich hatte genug davon, ‚David Hasselhoff‘ zu sein. Ich wollte ernst genommen werden. Als Schauspieler – und ich hoffe, dass das mit Ze Network’ klappt.“

Die rote Badehose ein rotes Tuch?

Die "Baywatch" -Lifeguards: Kelly Packard, David Hasselhoff, Alexandra Paul, Jeremy Jackson, Pamela Anderson 1992.
Die "Baywatch" -Lifeguards: Kelly Packard, David Hasselhoff, Alexandra Paul, Jeremy Jackson, Pamela Anderson im Jahr 1992.
picture alliance

Der 70-Jährige will weg von seinem Image als ewiger Rettungsschwimmer. Nicht mehr die belächelte Kultfigur sein, die er für einige ist. „Ich wusste damals, dass „Baywatch“ meine Karriere ruinieren könnte – und genauso kam es auch“, erzählt er im Interview. „Es war sehr schwierig, danach Rollen zu bekommen, weil mich alle für Mitch Buchannon hielten.

Die rote Badehose ein rotes Tuch? Er entfloh der Realität und schlitterte in die Alkoholsucht. Das skandalöse Burger-Video von 2007 rüttelte ihn wach. Mehrfach ging er in den Entzug – und ist seit Jahren clean.

Nur der Baywatch-Typ?

David Hasselhoff beim Interview in Monaco.
Der Kultstar möchte ernst genommen werden - als Schauspieler.
Patrick Rosen, RTL

Ich liebe die Kameras. Ich liebe es, zu arbeiten. Ich habe die Rolle in ‚Ze Network‘ angenommen, um zu zeigen, ich bin nicht nur der Knight Rider’. Ich bin nicht nur Mitch Buchannon. Ich sage sogar in der Serie: ‚Bin ich für euch nur der Baywatch-Typ?‘“

Mit 70 will sich Hasselhoff also nochmal neu erfinden. Während sich der Zuschauer in „Ze Network“ konstant die Frage stellt, was real und was fiktiv ist, möchte Hasselhoff damit im wahren Leben klare Antworten geben. Seht her, ich bin eine reale Person. Ein Schauspieler. Kein Rettungsschwimmer.

Wenn die Serie erfolgreich wird, renne ich zur nächsten Kamera und sage: ‚Wow, das hat euch gefallen? Klasse!‘ Falls nicht und alle es hassen, renne ich weg und arbeite nie wieder.“ Das anschließende Lachen verrät ihn. David Hasselhoff ist noch nicht fertig. Er, der die Kameras liebt, wird weiter machen. Auf der Suche nach sich selbst.