Infizierten Säuglingen drohen lebensbedrohliche Infektionen

RS-Virus ist besonders für Babys und Kleinkinder gefährlich

Rasselnder Atem und Trinkunlust sind Symptome für eine RSV-Infektion, dabei sind besonders Babys gefährdet.
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13. Januar 2020 - 17:31 Uhr

Eine RSV-Infektion ist mehr als nur eine Erkältung

Gerade in den Wintermonaten, wenn Erkältungskrankheiten Hochkonjunktur haben, schlägt es zu: das Respiratorische Syncytial-Virus, auch RS-Virus genannt. Vielen Eltern ist das RS-Virus unbekannt. Aber eine RSV-Infektion verursacht bei Babys und Kleinkindern schwere Atemwegsinfektionen und kann – im Extremfall – tödlich enden. Dabei sind vor allem sehr kleine Babys besonders gefährdet. Wir erklären, welche Symptome dabei auftreten und wie betroffene Kinder behandelt werden.

Auch die Tochter von "Germanys Next Topmodel"-Kandidatin Sara Kulka war betroffen

"RSV ist kein Spaß. Ich wusste nicht viel darüber, bis die Krankheit mir letzte Woche beinahe meine Tochter genommen hätte", warnt ein betroffener Vater vor der Gefahr einer RSV-Infektion. Und auch die ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Sara Kulka erlebte einen solchen Albtraum: Bereits 2016 musste ihr damals neugeborenes Töchterchen Annabell mit einer RSV-Infektion auf die Intensivstation.

Aber was steckt genau hinter diesem gefährichen Virus, und wie kann ich mein Kind davor schützen?

Was ist das RS-Virus?

Das RS-Virus ist ein Virus, das auf die Schleimhaut der Atemwege spezialisiert ist. Während es bei Erwachsenen häufig nur einen Schnupfen auslöst, kommt es bei Säuglingen und Kleinkindern, die noch keine ausreichende Immunität gegen diesen Virustyp ausgebildet haben, in manchen Fällen zu sehr schweren Erkrankungen.

Dabei gilt: je jünger die Kinder bei ihrem ersten Kontakt mit dem RSV sind, desto schwerer ist meistens der Verlauf. Besonders bei kleinen Kindern zwischen vier und fünf Monaten besteht ein hohes Risiko für Komplikationen wie LungenentzündungBronchitis und Bronchiolitis (Entzündung der kleinsten, knorpellosen Bronchien), warnt der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Der Grund: Erstens sind ihre Lungen sehr klein und können daher nicht viele Entzündungen abwehren. Und zweitens sind die weißen Blutkörperchen, die uns vor Infektionen schützen, noch nicht voll ausgebildet. Ein besonders hohes Risiko, an einer RSV-Infektion schwer zu erkranken, haben zudem Frühgeborene und Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Eine Infektion mit dem RS-Virus ist die häufigste Ursache für die Behandlung einer Atemwegserkrankung von Säuglingen oder Kleinkindern im Krankenhaus. Tatsächlich macht fast jedes Kind bis zum zweiten Lebensalter einmal eine akute RSV-Infektion durch.

Pfeifender Atem ist eines der Symptome einer RSV-Infektion

Die Erkrankung mit RS-Viren beginnt häufig wie eine ganz normale Erkältung: Die Nase des Babys läuft, es hat Husten oder auch etwas Fieber. Anzeichen dafür, dass bei einem Baby eine RSV-Infektion schwerer verläuft, können Rasselgeräusche und schweres, beschleunigtes Atmen sein. Wenn das Baby zudem nicht trinken will und schlapp und schwach ist, sollten Eltern umgehend ihren Kinder- und Jugendarzt kontaktieren.

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Trinkverweigerung
  • Zu schnelle, häufig rasselnde Atmung
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Trockener Husten

Wie kann ich mein Kind vor RSV schützen?

Die Übertragung der RS-Viren erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion oder über infizierte Gegenstände oder Oberflächen. Der BVKJ rät Eltern von Säuglingen, Menschenansammlungen zu meiden und die Kleinen von Menschen mit einer Erkältung oder Fieber fernzuhalten. Zu Hause lässt sich die Verbreitung von Viren durch das Einhalten gängiger Hygieneregeln eindämmen:

  • Regelmäßig und gründlich Hände waschen!
    (Wie richtiges Hände waschen wirklich geht, erfahren Sie hier.)
  • Nicht mit offenem Mund, sondern in die Armbeuge husten
  • Harte Oberflächen desinfizieren
  • Spielzeug und andere Gegenstände, mit denen das Kind in Kontakt kommt, regelmäßig reinigen.

Passive Immunisierung für Risiko-Babys

Für Babys mit Risikofaktoren, wie etwa bei Frühchen, Babys mit einem angeborenen Herzfehler oder Lungenfunktionsstörungen empfiehlt der BVKJ eine passive Immunisierung. Diese wird vor allem in den Herbst- und Wintermonaten empfohlen. Im Gegensatz zur aktiven Immunisierung (der klassischen Impfung) bekommen Babys bei der passiven Immunisierung ein Konzentrat von Antikörpern verabreicht. Diese schützen den Körper unmittelbar gegen bestimmte Krankheitserreger, allerdings nur für einen kurzen Zeitraum.