21. August 2015 - 8:51 Uhr

Vorsicht: Raubfische im Badesee

Die Hecht-Attacken auf Menschen häufen sich in diesem Sommer und vermiesen die Freude am Schwimmen im See. Denn dort lauert er: Ein bis zu 1,50 Meter großer Raubfisch, der es auf fette Beute abgesehen hat.

Ein Hecht ist auch in der Lage Menschen anzugreifen.
Die Hecht-Attacken auf Menschen häufen sich.
© dpa, Matthias Hiekel

Das bestätigt auch Michael Tautenhahn vom Nationalpark 'Unteres Odertal': "Hechte fressen nicht nur Fische, sondern auch Wasservögel. Vor allem Küken werden in Mägen gefunden. Bei größeren Hechten können es sogar erwachsene Wasservögel sein. Eine Ente ist für den Fisch kein Problem."

Immer häufiger schnappen Hechte auch bei Menschen zu, die sich in ihrem Revier abkühlen möchten. Und die Raubfische sind aggressiv. Ob das kleine Entenjunge oder die Anglerhand – all das kann schon einmal zum Hechtleckerbissen werden.

„Bisswunden sollten im Krankenhaus untersucht werden“

Ein Biss ist aber nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch gefährlich sein. Unfallchirurgin Helen Vester warnt: "Die Wunde sollte man ausschneiden und säubern. Es muss auch geklärt werden, welches Tier zugebissen hat. Ein Hecht hat etwa andere Keime als Katze, deshalb muss auch ein anderes Antibiotikum verschrieben werden." Auch wenn nicht klar ist, ob auch wirklich ein Hecht zugebissen hat, mahnt die Ärztin dazu sich trotzdem im Krankenhaus behandeln zu lassen.

Badeseeliebhaber müssen dennoch nicht in Panik verfallen, denn Hechte greifen Menschen nicht vorsätzlich an. "Wenn ein Hecht wirklich nach einem Kinderarm schnappt, dann allenfalls, weil er es mit was Fressbarem verwechselt. Sei es das Bein einer Ente oder ein Fisch, der an der Oberfläche zappelt. Vielleicht ist der Hecht auch auf einem Auge blind, oder die Sichtverhältnisse sind getrübt", erklärt Tautenhahn.

Ein bisschen Mut gehört zum Schwimmen im See also dazu. Aber wir Menschen sind ja schließlich auch in seinem Revier unterwegs.