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Gesundheitslexikon: Weisheitszähne

Für sie ist in vielen Fällen kein Platz im Gebiss

Gesundheitslexikon: Weisheitszähne

Gesundheitslexikon; Weisheitszähne
Im Ober- und Unterkiefer sitzt links und rechts je ein Weisheitszahn, sodass vier Weisheitszähne die Regel sind
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Das Wachstum der Weisheitszähne kann mit Schmerzen einhergehen

Die Weisheitszähne sind die achten Zähne im menschlichen Gebiss von der Mitte aus gezählt. Jeweils einer wächst jedem Menschen in der Regel sowohl links als auch rechts und sowohl oben als auch unten im Gebiss. Der Wachstumsprozess der Weisheitszähne, welcher mitunter schmerzhaft sein kann, setzt meist erst im Erwachsenenalter ein, wodurch sich auch der Name ergeben hat.

Was sind die Weisheitszähne?

Für viele Erwachsene ist das Wachstum der Weisheitszähne eine schmerzhafte Erfahrung: Denn da diese Zähne, vier sind es maximal an der Zahl, in der Regel verspätet zum vorhandenen Gebiss hinzukommen, führt ihr Wachstum in vielen Fällen zu schmerzhaften Komplikationen. Der Name wurde erstmals von dem berühmten persischen Arzt Avicienna erwähnt, der bereits von den dentes intellectus gesprochen hat. Nicht in allen Sprachen werden sie allerdings so bezeichnet. So spricht man beispielsweise im Japanischen von den oyashirazu, was so viel bedeutet, wie "den Eltern unbekannt", da sie erst dann wachsen, wenn die Betroffenen das Elternhaus bereits verlassen haben.

Aufbau der Weisheitszähne

Weisheitszähne sind vom Aufbau her identisch mit allen anderen Backenzähnen: Sie liegen im Zahnfach und von innen nach außen bestehen sie aus dem Zahnmark mit Nerven und Gefäßen, dem Zahnbein und dem Zahnschmelz beziehungsweise dem Zahnzement für die Bereiche der Zahnwurzel. Oft haben die Weisheitszähne aber eine andere Form als andere Backenzähne. Beispielsweise haben diese - im Gegensatz zu den üblichen vier Höckern - nur drei oder gar fünf davon. Manchmal haben sie auch eine ungewöhnliche Anzahl an Wurzeln oder sind gar miteinander verwachsen. In sehr seltenen Fällen können mehr als die vier üblichen Weisheitszähne wachsen. Bei solchen Gegebenheiten spricht man von den Neunern.

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Weisheitszahn als evolutionäres Anhängsel

Vom Nutzen her zählen die Weisheitszähne wohl zu den entbehrlichsten Köperteilen überhaupt. In vielen Fällen werden diese schon in der Jugend operativ entfernt, insbesondere wenn sie durch einen zu engen Kiefer oder eine falsche Position zu Komplikationen führen können. Dieser Umstand ist auch symptomatisch für die Nutzlosigkeit der Weisheitszähne: Der menschliche Kiefer hat sich im Laufe der Entwicklung des Menschen deutlich verkleinert. Aus diesem Grund ist für die Weisheitszähne in vielen Gebissen einfach nicht mehr genug Platz. Eine weitere indirekt nützliche Aufgabe war wohl in früheren Zeiten, dass Lücken durch bereits verlorene weiter vorne liegende Zähne, durch nachkommende Weisheitszähne verkleinert wurden.

Probleme mit den Weisheitszähnen

Weisheitszähne betreffende Krankheitsbilder gibt es kaum. Und doch kommt es bei sehr vielen Menschen zu Problemen, wenn die Weisheitszähne durchzubrechen beginnen. Oft führt das zu wachstumsbedingten Schmerzen. Auch kommt hinzu, dass die Kiefer häufig zu klein sind, um weitere Zähne aufnehmen zu können. Wenn Weisheitszähne nicht vollständig durchbrechen, spricht man von retinierten Zähnen. Dann können Entzündungen auftreten, die eine operative Entfernung notwendig machen. In seltenen Fällen können Entzündungen zu eitrigen Phlegmonen führen, die im schlimmsten Fall gar lebensbedrohlich sein können. Weisheitszähne können auch zu nächtlichem Zähneknirschen und Kiefergelenksbeschwerden führen. Daher werden diese Zähne meist prophylaktisch entfernt, damit gar keine Probleme auftreten können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.