Gesundheitslexikon: Trachea (Luftröhre)

29. November 2018 - 15:57 Uhr

Die Trachea (Luftröhre) ist ein wichtiger Teil der Atemwege

Lebenswichtige Stoffe erreichen über den Rachenraum den Körper. Über die Trachea, die Ihnen wahrscheinlich als Luftröhre bekannt ist, wird Atemluft aufgenommen und direkt dahinter liegt die Speiseröhre zur Nahrungsaufnahme im Rachen. Die Nähe von Luft- und Speiseröhre ist eine anatomische Schwachstelle. Haben Sie zum Beispiel schon mal Luft verschluckt oder Speisereste eingeatmet und einen Erstickungsanfall durchlitten? Durch den Hustenreflex können versehentlich in die Trachea gelangte Fremdkörper herausbefördert werden. Gelingt das Abhusten allerdings nicht, droht das Ersticken.

Was ist die Trachea?

Die Luftröhre (Trachea) ist ein muskulöser Schlauch mit elastischen Eigenschaften, der durch Knorpelspangen in der Vorderwand stabilisiert wird. Als Teil der Atemwege verbindet die Trachea den Rachen mit den Lungen und erreicht beim Menschen einen Durchmesser von bis zu 20 Millimetern und eine Länge von 10 bis 15 Zentimetern. Die Speiseröhre misst im Vergleich dazu rund 25 Zentimeter und hat einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern. Vom Kehlkopf aus zieht sich die Luftröhre in Speiseröhrennähe zu den Hauptbronchien. Kurz vor den Bronchien liegt ein Sporn (Carina trachea), der die Atemluft in den linken sowie rechten Bronchienapparat weiterleitet.

Wie ist die Trachea aufgebaut?

Die Trachea beginnt am Ringknorpel des Kehlkopfes und führt bis zum vierten bis fünften Brustwirbel, wo sich die Atemluft an der Verzweigung der Luftröhrengabel gleichmäßig aufteilt. Anatomisch betrachtet liegt der Muskelschlauch zwischen Speiseröhre und Schilddrüse. Stabilisiert wird die Luftröhre durch bis zu 20 Knorpelspangen in der Vorderwand. Elastisches Gewebe zwischen den Spangen sorgt dafür, dass sich die Luftröhre beim Schlucken und Kopfbewegen verschieben kann. Weiterhin wird die Luftröhre durch eine Platte aus glatter Muskulatur und Bindegewebe auf der Knorpelspangenrückseite stabilisiert.

Welche Aufgabe hat die Luftröhre?

Über die Luftröhre gelangt Atemluft in die Hauptbronchien. Nicht nur der Gastransport, sondern auch die Erwärmung und Befeuchtung der Atemluft zählen zu den Aufgaben der Luftröhre. Das Flimmerepithel – eine Schicht aus speziellen Epiphelzellen mit Flimmerhärchen auf der Innenseite der Trachea – sorgt dafür, dass die eingeatmete Luft auf dem Weg zu den Bronchien von Fremdkörpern befreit wird. Sogenannter Becherzellenschleim bindet Kleinstteilchen wie Staub, die von den Flimmerhärchen zurück Richtung Rachen transportiert werden. An größeren Fremdkörpern versagt der Flimmerhaartransport. Hustenreflex entsteht, um die Bronchien frei zu halten. Knorpelspangen stabilisieren die Trachea gegen den Unterdruck, der beim Lufteinatmen entsteht. Dank Gewebeelastizität dehnt und verschiebt sich die Trachea trotz Stabilität mit dem Kehlkopf.

Welche Krankheiten der Trachea sind die häufigsten?

Beim Einatmen von kleinen Fremdkörpern können kleinere Verletzungen der Trachea auftreten. Können die Objekte nicht ausgehustet werden, kann es zu Erstickungsanfällen bis hin zum Erstickungstod kommen. Notfallmaßnahmen wie der Luftröhrenschnitt werden dann erforderlich. Als häufigste Luftröhrenerkrankung gilt die Trancheitis (Luftröhrenentzündung), wie sie durch Infektionen mit Krankheitserregern entsteht. Neben Schmerzen beim Schlucken tritt hierbei Hustenreiz mit Auswurf auf. Auch allergische Luftröhrenentzündungen sind verbreitet. Davon zu unterscheiden sind die Trachealstenose, eine Luftröhrenverengung mit Atemnot, sowie die Tracheomalazie, den Luftröhrenzusammenbuch infolge von instabilen Knorpelspangen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.