Gesundheitslexikon: Syndrom

29. November 2018 - 15:56 Uhr

Syndrom – die bestimmte Konstellation einzelner Symptome

Im medizinischen Bereich ist immer wieder die Rede von sogenannten Syndromen. Darunter versteht man eine bestimmte Kombination verschiedener Krankheitsanzeichen (Symptome), die in der Regel zur gleichen Zeit, also gemeinsam auftreten. Wie die einzelnen Symptome dabei ursächlich zusammenhängen, ist meistens weitgehend unbekannt.

Was zeichnet ein Syndrom aus?

Das Syndrom stellt ein pathologisches Bild dar, das sich durch das gleichzeitige Auftreten verschiedener Symptome ergibt. Wie das Krankheitsbild ursächlich entsteht und wie sich die Symptomatik entwickelt, ist oftmals nicht bekannt. Sind mehrere Symptome gleichzeitig präsent und treffen zeitlich zusammen, bezeichnet man diese Manifestation des Krankheitsbildes als "Querschnittsbild einer Krankheit". Treten verschiedene Symptome zeitlich versetzt und im Verlauf der Krankheit nacheinander als einzelne pathologische Zeichen auf, so spricht man von "Präsenz eines Syndroms im Längsschnitt". Treten drei Symptome gleichzeitig auf, so bezeichnen dies die Mediziner als Trias. Bei vier Symptomen wird von Tetralogie, bei fünf Symptomen von Pentalogie gesprochen.

Wer hat den Begriff Syndrom erstmalig verwendet?

Die Bezeichnung Syndrom wurde durch den deutschen Mediziner Jürgen Spranger eingeführt. Das Wort Syndrom leitet sich vom Griechischen ab und hat die Bedeutung von "syn" = zusammen und "dromos" = Lauf. Die Bezeichnung der jeweiligen Syndrome leitet sich oftmals vom Erstbeschreiber der Ursache oder der Symptomatik ab. Jürgen Spranger hat neben der Einführung der medizinischen Bezeichnung Syndrom auch mit unterschiedlichen Standardwerken auf sich aufmerksam gemacht und war war ein Pionier auf dem Gebiet der Medizinischen Genetik in Deutschland. Den Fokus legte er dabei auf die unterschiedlichen Formen des Kleinwuchses. Einige Kleinwuchs-Formen wie das das Spranger-Wiedemann-Syndrom sind nach dem Mediziner benannt.

Wie wird der Begriff Syndrom in der medizinischen Praxis verwendet?

In der Praxis wird das sogenannte Syndrom in unterschiedliche Gruppen unterteilt. Die Syndrome im engeren Sinn bezeichnet man als "Syndrome 1. Ordnung", bei denen Krankheitsbilder anhand von verschiedenen Symptomen beobachtet wurden. Die Sydrome 2. Ordnung bezeichnet man auch als Sequenz und die Syndrome 3. Ordnung als Assoziation. Dabei wird vor allem zwischen der Ursache des Syndroms und dessen Verlauf unterschieden. Die Liste der medizinischen Syndrome ist umfangreich und beinhaltet Krankheitsbilder aus den unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten – angefangen vom sogenannten Helfersyndrom aus dem psychologischen Bereich über das vegetative Syndrom aus der Allgemeinmedizin bis hin zum apallischen Syndrom aus der Neurologie.

Warum haben die sogenannten Alterssyndrome eine so große Bedeutung?

Das Syndrom als Symptomkomplex kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern auftreten. Eine große Bedeutung in der Pflege von älteren Menschen haben die sogenannten Alterssyndrome, die besonders in höherem Alter auftreten. Am Alterssyndrom können ursächlich verschiedene Krankheiten beteiligt sein – und das auch gleichzeitig. Die Alterssyndrome zeichnen sich oftmals durch einen schleichenden Verlauf aus, durch den sich die Patienten allmählich an den Zustand gewöhnen, wodurch eine frühzeitige Behandlung oftmals ausbleibt. In der Geriatrie kommen dabei besonders folgende Symptome vor: Abbau der Intelligenz, Instabilität, Inkontinenz des Harns oder des Stuhls, fortschreitende Einschränkung der Sinnesorgane sowie Abbau von Körperflüssigkeiten.