29. November 2018 - 15:47 Uhr

Manie: Phase der pathologischen Hochstimmung

Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens schwierige Zeiten, in denen er besonders empfindlich ist und unter Stimmungsschwankungen leidet. Die gehören zum Leben zwar dazu, können jedoch auch auf eine schwere psychische Erkrankung hindeuten. Wenn die eigenen Stimmungslagen, wie zum Beispiel bei der Manie, deutlich verändert sind, sollte man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die Manie als psychische Störung verfügt über einen phasenhaften Verlauf und kann als Gegenstück zur Depression betrachtet werden.

Was versteht man unter einer Manie?

Bei der Manie kommt es zu gesteigerten Gemütsbewegungen und reduziertem Schlaf. Oftmals taucht die Manie im Zuge einer bipolaren Erkrankung auf, bei der die Gemütslage zwischen der krankhaften Hochstimmung und dem depressiven Tief schwankt. Obgleich die Manie für die Umgebung des Manikers äußerst belastend sein kann, suchen nur wenige Betroffene einen Arzt auf. Schließlich befindet sich der Maniker während dieser Phase in einem wahren Stimmungs- und Leistungshoch und hat sich schon lange nicht mehr in einer so guten Verfassung gefühlt.

Ursachen und Symptome

Als Ursache für die Manie wird eine Störung von Botenstoffen im Gehirn vermutet, durch die ein Ungleichgewicht entsteht. Als Auslöser der Manie kommen auch bedeutsame Ereignisse oder wichtige Lebensveränderungen in Frage, wie zum Beispiel ein Jobwechsel, das Ende einer Beziehung, ein Trauerfall oder ein Umzug.

Die Symptome einer Manie äußern sich bei Betroffenen in einer freudigen Erregung, die in der jeweiligen Situation meist jedoch nicht angemessen ist. Außerdem tritt oftmals eine ausgeprägte Gereiztheit gepaart mit einem übersteigerten Aktivitätsniveau auf. Manchmal ist die Manie auch von psychotischen Symptomen wie zum Beispiel von Wahn oder Sinnestäuschungen begleitet.

Diagnose und medikamentöse Behandlung

Die Diagnose der Manie erfolgt nicht mit körperlichen Untersuchungen oder klinischen Tests. Um eine Diagnose erstellen zu können, muss ein Experte über einen längeren Zeitraum Gespräche mit dem Betroffenen und den Angehörigen führen. Um eine Feststellung der psychischen Krankheit zu erleichtern, kann der Betroffene ein Gefühlstagebuch führen, um später genau über seine Stimmungslagen berichten zu können.

Die Therapie einer Manie erfolgt meist durch eine medikamentöse Behandlung sowie durch eine Psychotherapie. Mit Medikamenten können die akuten Symptome einer Manie abgemildert und neuen manischen Phasen vorgebeugt werden. Medikamente wie Lithiumpräparate oder Antiepileptika wirken auf die Transmitter-Aktivität im Gehirn ein und mildern so die Symptome. Bei einer akuten Manie können Sedativa die Rastlosigkeit des Betroffenen dämpfen.

Psychotherapie und Vorbeugung

Neben einer medikamentösen Behandlung sollten Maniker auch psychotherapeutisch behandelt werden, um erste Anzeichen einer Manie rasch erkennen zu können und mit der krankhaften Phase besser umgehen zu können. Wenn die Symptome einer Manie stark ausgeprägt sind und ein Umgang mit den Betroffenen nicht mehr möglich ist, kann eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik vonnöten sein.

Da genetische Faktoren einen Einfluss auf die Manie haben, kann dieser Krankheit nur schwer vorgebeugt werden. Jedenfalls gilt, dass die Prognose umso besser ist, je früher mit einer geeigneten Therapie begonnen wurde.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.