Gedächtnis verbessern und Durchblutung fördern

Gesundheitslexikon: Ginkgo biloba (Ginkgobaum)

Seit Jahrtausenden ist Ginkgo in China und Japan als Tempelbaum und Heilpflanze bekannt

14. August 2019 - 9:51 Uhr

Ginkgo biloba: Baum der Legenden und der Heilkraft

Die Baumart Gingko biloba ist gegen Schädlinge und Umweltgift resistent. Bekannt ist die Geschichte von dem Ginkgo, der nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima mit seinem wieder ausschlagenden Grün zum Symbol des erwachenden Lebens wurde. Seine Naturheilkräfte werden seit mehr als 4.000 Jahren genutzt und inzwischen nicht nur in asiatischen Ländern geschätzt. Die enthaltenen Flavonoide kommen auch in anderen Heilpflanzen vor. Einzigartig als Inhaltsstoffe sind die Ginkgolide und das Bilabolid, die insbesondere für den Zellschutz eine Rolle spielen.

Was ist ein Ginkgo biloba?

Der Ginkgo biloba ist mit einem Alter von mehr als 200 Millionen Jahren wahrscheinlich die älteste Samenpflanze der Erde. Er hat die Dinosaurier überlebt und trägt daher die Bezeichnung "lebendes Fossil". Der Ginkgobaum erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 40 Metern und kann ein Alter von 1.000 und mehr Jahren erreichen. Der Ginkgo-Spezialextrakt ist ein anerkanntes pflanzliches Arzneimittel, dessen Zusammensetzung definiert und bezüglich der Reinheit, der Wirkung und der Verträglichkeit deklariert ist. Zwei anerkannte Ginkgo-Spezialextrakte tragen die Bezeichnung "EGb 761" und LI1370".

Vorkommen des Baumes

Als Ursprungsland des Ginkgo bilobas gilt China. Die Ausfuhr von Samen oder Ablegern des in diesem Land hoch verehrten Baumes war früher strikt verboten und der Botaniker Engelbert Kaempfer riskierte sein Leben als er 1691 heimlich Sämlinge nach Europa schmuggelte. Inzwischen werden Ginkgobäume in Asien, USA und in Europa angebaut, über Stecklinge vermehrt. Außerdem werden verschiedene Arten, die als Heilpflanzen genutzt werden, selektiert. Bei Sonne und Halbschatten wächst der Baum auf nahezu jedem Boden, solange ihn keine Staunässe zu Schaden kommen lässt.

Verwendung des Ginkgo biloba

In der "Traditionellen Chinesischen Medizin" (TCM) kommen Ginkgosamen, Blätter und Wurzeln zur Anwendung. Den Samen werden positive Wirkungen bei Asthma, Tuberkulose, Alkoholvergiftungen sowie Blasen- und Harnwegsinfekten zugeschrieben. Die Einnahme des abgekochten Wurzelsuds wird gegen Menstruationsbeschwerden und Blähungen empfohlen, Ginkgoblätter für eine bessere Durchblutung. Seit 1960 widmet sich die deutsche Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) der Anwendung des Ginkgos. Anders als in der traditionellen Medizin kommen Trockenextrakte aus den Blättern zum Einsatz. Diese Ginkgopräparate sollen für eine Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes und der Funktion des Gehirns sorgen. Zur Anreicherung der wirksamen Bestandteile Ginkgolid A, B und C sowie Bilabolid wurden die Herstellungsverfahren für die Trockenextrakte optimiert und der Gehalt der unerwünschten Ginkgolsäure", die heftige Nebenwirkungen auslösen kann, minimiert.

Wirkung und wichtige Hinweise

Studien haben positive Effekte bei der Behandlung von Leistungseinschränkungen im Gehirn, bei Gleichgewichtsstörungen und bei der Behandlung der Schaufensterkrankheit, einer Durchblutungsstörung, gezeigt. Als Zusatzmedikation eingesetzt, beschreiben Tinnituspatienten verminderte Ohrgeräusche. Obwohl inzwischen zahlreiche Bestandteile des Wirkstoffcocktails aus den Ginkgoblättern identifiziert wurden, herrscht noch keine vollständige Klarheit darüber, wie diese zusammenwirken. Einige Inhaltsstoffe scheinen die Wirkung anderer zu verstärken oder erst möglich zu machen (synergistische Effekte"). Wichtige Voraussetzung ist eine ausreichend hohe Dosierung in Form eines Fertigarzneimittels. Zu niedrig dosierte Ginkgotees oder Tinkturen können größere Mengen an Ginkgolsäure enthalten und deshalb unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.