Was ist dabei zu beachten?

Gesundheitslexikon: Geschlechtsumwandlung

Eine Geschlechtsumwandlung ist ein schwerwiegender Eingriff, dessen Folgen nicht mehr rückgängig zu machen sind
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14. August 2019 - 11:43 Uhr

Geschlechtsumwandlung: Angleichung an das empfundene Geschlecht

Das biologische Geschlecht ist angeboren. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass biologisches und gefühltes Geschlecht nicht übereinstimmen. Bereits seit der Antike ist das Phänomen bekannt, dass einige Menschen das unbedingte Verlangen haben, ihr Geschlecht zu wechseln, weil sie sich in ihrem angeborenen Körper nicht wohlfühlen. Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts ist die Medizin in zunehmendem Maße in der Lage, sogenannte Geschlechtsumwandlungen durch hormonelle und chirurgische Maßnahmen durchzuführen. Das Gesundheitslexikon erklärt, was eine Geschlechtsumwandlung ist, wie sie durchgeführt wird und was dabei zu beachten ist.

Was ist eine Geschlechtsumwandlung?

Der Begriff hat sich für geschlechtsangleichende Maßnahmen eingebürgert. Eine wirkliche Geschlechtsumwandlung ist jedoch nicht möglich, weil das biologische Geschlecht durch die Verteilung der Geschlechtschromosomen X und Y eindeutig festgelegt ist. Das biologische und gefühlte Geschlecht stimmt aber nicht immer überein. Transsexuelle Personen fühlen sich trotz ihres genetisch festgelegten Geschlechts dem jeweilig anderen Geschlecht zugehörig. Sie möchten ihre sichtbaren primären und sekundären Geschlechtsmerkmale daher anpassen lassen. Bis zur gesellschaftlichen Anerkennung der Tatsache, dass die Betroffenen sehr stark unter dem falsch empfundenen Geschlecht leiden, war es ein langer Weg. Heute werden die Kosten für geschlechtsangleichende Maßnahmen auch von den Krankenkassen übernommen.

Welche Maßnahmen werden bei einer Geschlechtsumwandlung durchgeführt?

Eine Geschlechtsumwandlung beinhaltet in der Regel zwei grundlegende Maßnahmen, die sich aus einer Hormontherapie und der geschlechtsangleichenden Chirurgie zusammensetzen. Vor den chirurgischen Eingriffen müssen für eine längere Zeit Hormonpräparate eingenommen werden. Bei der Umwandlung vom weiblichen zum männlichen Geschlecht werden Testosteron und vom männlichen zum weiblichen Geschlecht Östrogene verabreicht. Dabei entwickeln sich sekundäre Geschlechtsmerkmale des jeweilig anderen Geschlechts. Allerdings bleiben die bereits entwickelten sekundären und primären Geschlechtsmerkmale für das eigene biologische Geschlecht weitgehend erhalten. Diese können erst durch chirurgische Maßnahmen umgewandelt werden. Die Hormonbehandlung muss auch nach dem chirurgischen Eingriff ein Leben lang weitergeführt werden.

Chirurgische Eingriffe bei einer Geschlechtsumwandlung

Bei Transfrauen (Umwandlung von Mann zu Frau) werden bei chirurgischen Eingriffen unter anderem an den Genitalien Teile des Penis zu einer Klitoris oder vaginalen Schwellkörpern umgewandelt, die Hoden entfernt und der Hodensack zur Entwicklung der Schamlippen verwendet. Wenn eine Hormontherapie nur zu kleinen Brüsten führt, können auch brustvergrößernde Maßnahmen durchgeführt werden. Durch eine Operation an den Stimmbändern kann die Stimme dem weiblichen Geschlecht angepasst werden. Bei Transmännern (Umwandlung von Frau zu Mann) werden Brustdrüse, Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter entfernt. Des Weiteren kann die durch die Hormontherapie vergrößerte Klitoris zu einem Penis geformt werden.

Was ist bei einer Geschlechtsumwandlung zu beachten?

Einer Geschlechtsumwandlung geht in der Regel ein langer Leidensweg voraus, in der die betroffene Person den unwiderruflichen Entschluss fasst, ihr äußerliches Geschlecht anzupassen. Da die Geschlechtsanpassung nicht vollständig rückgängig gemacht werden kann, muss vor Beginn der Therapie jedoch im Rahmen psychologischer Gespräche der dauerhafte Wunsch nach einer anderen Geschlechtsidentität festgestellt werden. Die meisten Betroffenen sind glücklich mit der körperlichen Veränderung. In einigen Fällen führt aber auch die neue Geschlechterrolle nicht zum psychischen Gleichgewicht. Das gilt besonders dann, wenn vorher eventuell auch Zweifel über die Richtigkeit der Geschlechtsumwandlung vorlagen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.