Eine Verhärtung von Organen und Bindegewebe

Gesundheitslexikon: Fibrose

6. September 2019 - 11:00 Uhr

Fibrose: Verhärtung körperlicher Strukturen wie Lunge oder Leber

Bei der Fibrose handelt es sich um eine Verhärtung der Organe oder des Gewebes, was aus einer Neubildung von Bindegewebsfasern resultiert. Primär stellt sie kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom dar. Dieses kann abhängig von der zugrunde liegenden Krankheit in unterschiedlichen Variationen auftreten. In den meisten Fällen wird die Fibrose durch Vorerkrankungen der Leber, der Lunge, des Herzens oder der Nieren begünstigt. In selteneren Fällen sind Hauterkrankungen dafür verantwortlich. Durch die Verhärtung der Strukturen kann es zu Bewegungseinschränkungen kommen. Menschen jedes Alters und Geschlechts können von einer Fibrose ereilt werden. Primär sind jedoch Senioren von den anatomischen Strukturveränderungen betroffen. Es gibt diverse Maßnahmen, um die Symptomatik effektiv zu behandeln.

Ursachen

Die Fibrose ist eine Reaktion, die aus sehr verschiedenen Ursachen hervorgerufen werden kann. Grundsätzlich ergibt sie sich aber aus der Folge einer übermäßigen Kollagenbildung, was aus unflexiblem Eiweiß besteht. In den meisten Fällen entsteht diese Symptomatik durch chronische Durchblutungsstörungen, die wiederum von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems herrühren können. Auch natürliche Alterungsprozesse können das Entstehen einer Fibrose forcieren. Des Weiteren kann sie aus einer chronischen Entzündung der Leber (Hepatitis) resultieren. Die dauerhafte Leberentzündung kann mit einem exzessiven Missbrauch von Alkohol oder härteren Drogen einhergehen. Auch eine dauerhaft fettlastige Ernährung kann die Entstehung von Fibrose begünstigen.

Symptome

Fibrose kann sich durch eine Vielzahl von Begleiterscheinungen äußern. Zu den typischsten Symptomen zählen Schluckbeschwerden, verdickte und schrumpfende Haut (an den Händen) sowie temporäre Luftnot. In schwerwiegenderen Fällen kann es durch eine Wandstarre zum Erliegen des Magen-Darm-Traktes kommen. Auch die Herzfunktion kann (schwer) beeinträchtigt werden. Dies kann durch übermäßigen Druck, den die Fibrose auf die Lunge auslöst, entstehen. Des Weiteren kann sich die Symptomatik durch hohen Blutdruck präsentieren. Ist der Krankheitsverlauf bereits weiter fortgeschritten, kann sich dies auch durch ein Nierenversagen äußern. Selten verläuft die Fibrose symptomlos.

Diagnose

Um eine potenzielle Fibrose genau diagnostizieren zu können, erfolgt zunächst eine ausgiebige Befragung des Patienten (Anamnese) durch den Mediziner. Hierbei werden auch mögliche Vorerkrankungen thematisiert. Im Anschluss erfolgt eine körperliche Untersuchung. Klinische Methoden, beispielsweise ein Abtasten der betroffenen Region, sind hierfür üblich. Eine Gewebeprobe (Biopsie), die mikroskopisch im Labor untersucht wird, kann der exakten Diagnosestellung dienen. Auch mithilfe einer Computertomografie oder Röntgenuntersuchung lässt sich eine Fibrose erkennen. Potenzielle Leberfibrosen können durch eine Ultraschalluntersuchung diagnostiziert werden. Insbesondere fortgeschrittene Verläufe lassen sich so gut definieren.

Therapie

Es gibt zahlreiche Methoden, um eine vorliegende Fibrose adäquat zu behandeln. Grundsätzlich richtet sich die Therapie nach der individuellen Grunderkrankung. Prinzipiell ist eine vollständige Heilung jedoch nicht möglich – die schon erfolgten Umbauprozesse des Gewebes sind nicht rückführbar. Stattdessen zielen die Therapiemaßnahmen darauf ab, die Fibrose – und deren Verlauf – einzudämmen. Dies gelingt durch die Medikation mit Immunsuppressiva. Hierdurch wird die Aktivität der Bindegewebszellen gehemmt. In besonders gravierenden Fällen kann auch ein operativer Eingriff vonnöten sein. Hierbei handelt es sich zumeist um eine Transplantation des betroffenen Organs, wenn dieses seine Funktion durch die Fibrose verloren hat.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.