Stärkt die Abwehr des Immunsystems

Gesundheitslexikon: Eigenbluttherapie (Eigenblutbehandlung)

16. Juli 2019 - 11:24 Uhr

Eigenbluttherapie - populäre Reiztherapie mit umstrittenen Effekten

Bei einer Eigenbluttherapie handelt es sich um eine Form der Reiztherapie. Es gibt viele Variationen des Verfahrens. Das grundsätzliche Prozedere ist ihnen aber gemein: körpereigenes Blut wird entnommen und nach einer bestimmten Dauer wieder in den Körper injiziert. Eigenbluttherapien werden beispielsweise bei chronischen Infektionen, Blutbildstörungen, Neurodermitis oder Allergien angewendet. Ihre Wirkung ist zwar wissenschaftlich nicht eindeutig erwiesen, dennoch schwören viele Ärzte auf diese Methode.

Was ist eine Eigenbluttherapie und wie läuft sie ab?

Bei der Eigenbluttherapie wird eine geringe Menge Blut aus einer Vene entnommen - meist handelt es sich um nicht mehr als fünf Milliliter. Das entnommene Blut wird dann in den meisten Fällen in den Gesäßmuskel injiziert. Daraufhin bildet sich ein Hämatom, welches peu à peu vom Körper abgebaut wird. Das so injizierte Blut wird vom Körper - aus dem es vorher entnommen wurde - durch diese Injektion nicht als körpereigen akzeptiert und löst eine entsprechende Immunreaktion aus, die den Körper letztlich stärken soll. Bei der Therapie wird dieser Ablauf je nach Methode bis zu zwölf Mal durchgeführt, wobei in der Regel nicht mehr als zwei Injektionen pro Woche vorgenommen werden.

Varianten der Eigenbluttherapie

Je nach Anforderung sind unterschiedliche Varianten der Eigenbluttherapie gebräuchlich. Die oben beschriebene Therapie setzt allein auf Blutentnahme und Injektion. Bei der defibrinierten Eigenblutinjektion wird aus dem Blut das Fibrin entnommen, ein Stoff, der bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielt. Bei der Ozon-Eigenbluttherapie wird das Blut mit Sauerstoff und Ozon angereichert, bevor es zurück in den Körper gespritzt wird. Bei der ultraviolett-aktivierten Eigenbluttherapie wird das Blut vor der Rückinjektion mit UV-Licht bestrahlt. Außerdem gibt es zahlreiche Formen, bei denen das Blut mit unterschiedlichen Substanzen, wie etwa homöopathischen Mitteln oder Immunstimulanzien, angereichert und erst danach wieder dem Körper zugeführt wird.

Anwendungsgebiete

Die tatsächliche Effizienz und Wirkung der Eigenbluttherapie ist umstritten. In keiner Studie konnte ein Effekt eindeutig nachgewiesen werden. Dennoch behandeln beispielsweise allein in Deutschland über 75.000 Ärzte ihre Patienten mit der Eigenbluttherapie. Am häufigsten wird dieses Behandlungsverfahren bei Allergien, Infektionen und allgemeinen Blutbildstörungen sowie bei Asthma und Neurodermitis eingesetzt. Auch bei Durchblutungsstörungen und Hauterkrankungen kommt es häufig zu einer solchen Therapie. Ebenfalls gebräuchlich ist die Eigenbluttherapie bei der Behandlung von Rheuma und anderen degenerativen Prozessen. Eine Eigenbluttherapie wird auch bei der Immunstimulation und in der Rekonvaleszenz angewendet.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Obwohl die Eigenbluttherapie im Grunde nicht mehr macht, als das Blut des Patienten zu entnehmen und anschließend zurück in den Körper zu injizieren, kann es auch bei dieser Therapie zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Bei empfindlichen Personen kann die Eigenbluttherapie entgegen der eigentlichen Absicht zu Verschlechterungen der Symptome führen. Dazu kommen einige Fälle von Fieber, die durch dieses Behandlungsverfahren ausgelöst werden. Wenn eine solche Therapie nicht sachgemäß durchgeführt wird, können durch bakterielle Verunreinigungen Infektionen auftreten. Nicht zu empfehlen ist diese Therapie außerdem bei Gerinnungsstörungen, tuberkulösen Prozessen und bestehenden Entzündungen der Venen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.