Antiseptikum

Gesundheitslexikon: Chlorhexidin

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7. Mai 2019 - 14:35 Uhr

Chlorhexidin ist aus der Mundpflege nicht mehr wegzudenken

Steht bei einem Patienten eine umfangreiche Zahnsanierung an, so müssen Ärzte und Zahntechniker penibel arbeiten. Doch neben ihrem handwerklichen Können sind die Profis auch auf die Mithilfe des Patienten angewiesen. Insbesondere zwischen den Terminen oder zur Nachsorge werden spezielle Präparate empfohlen, die zuhause genutzt werden sollen. In vielen solcher Mittel rund um die Zahnpflege ist der Wirkstoff Chlorhexidin enthalten. Was es mit dieser Substanz auf sich hat, erfahren Sie hier.

Was ist Chlorhexidin?

Chlorhexidin wird überwiegend Präparaten beigemischt, die auf die Mundschleimhäute und Zahnoberflächen wirken. Es handelt sich um ein Antiseptikum. Ein solcher Stoff agiert wie ein Desinfektionsmittel und vernichtet Bakterien. Eingesetzt werden kann Chlorhexidin auf der Haut und den Schleimhäuten. Bereits während der Behandlung betupft der Arzt offene Wunden im Mundraum mit der Substanz. Doch auch in der Nachsorge wird dem Patienten aufgetragen, den Wirkstoff regelmäßig zu nutzen um den Heilungsprozess ohne Komplikationen oder Entzündungen voranzutreiben. Mundspülungen mit Chlorhexidin werden selbst von Kindern (dann niedrigdosiert) schon gut vertragen.

Wie wirkt Chlorhexidin?

Das Mittel verfügt über eine antibakterielle Wirkung. Es lagert sich auf der Oberfläche der Zähne, der Zunge und der sonstigen Schleimhäute ab, ohne jedoch in den Körper einzudringen. Entwickeln sich nun nach der Nahrungsaufnahme Bakterien in der Mundhöhle, so binden sich diese an die einzelnen Moleküle des Chlorhexidins an. Der Wirkstoff geht also eine Verbindung mit den potentiellen Krankheitserregern ein. Dabei weicht er die Zellmembran der Bakterie auf und dringt in diese ein. Die Bakterie wird unschädlich gemacht. Weil sich Chlorhexidin recht lange stabil im Mundraum aufhalten kann, ergibt sich ein gewisser Langzeitschutz vor der Entstehung von Bakterien.

Anwendungsgebiete von Chlorhexidin

Wird ein oralchirurgischer Eingriff oder eine Wurzelbehandlung durchgeführt, so betupft der Arzt mit großer Wahrscheinlichkeit immer mal wieder die zu behandelnde Stelle mit Chlorhexidin. Doch auch zur Nachsorge empfehlen Zahnärzte Spülungen mit dem Wirkstoff, dank denen die Wundheilung störungsfrei verlaufen soll. Auch bei bakteriell bedingten Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) oder Entzündungen des Zahnhalteapparates (Parodontose) kommt das Mittel in der Heimwandwendung zum Einsatz. Wer unter Mundgeruch oder übermäßigem Zahnbelag leidet, dem könnte Chlorhexidin ebenfalls weiterhelfen. Der Wirkstoff kann in Mundspülungen, Dentalsprays oder in speziellen Lackstiften enthalten sein und ist nicht verschreibungspflichtig.

Was muss man über Chlorhexidin wissen?

Trotz der äußerst guten Verträglichkeit kommt es zu unerwünschten Nebenwirkungen von Chlorhexidin. Einerseits zeigen sich nach einer längeren Anwendung bräunliche Verfärbungen an Zähnen, Zahnfleisch und der Zunge. Dies ist zwar harmlos, doch von vielen Patienten nicht erwünscht. Auch kann sich eine gestörte Geschmacksempfindung im Mund breit machen oder eine Überempfindlichkeit bzw. Allergie gegen Chlorhexidin auftreten. In einigen Fällen berichten Patienten auch von Zahnfleischbluten, verstärkter Zahnsteinbildung (durch übermäßigen Speichelfluss), Schwellungen und Rötungen der Mundschleimhaut oder einem Taubheitsgefühl auf der Zunge. Seit kurzer Zeit wird Chlorhexidin auch zur Nabelpflege bei Neugeborenen eingesetzt. Hier scheint der Wirkstoff der Trockenpflege überlegen zu sein und führt zu einer raschen und komplikationsfreien Abheilung am Neugeborenen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Wirkstoffe, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Präparat sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.