Klingt zu schön, um wahr zu sein

Weißbrot und Pasta bald gesund? Neue Ballaststoffe machen es möglich!

 Frisch gekochte Pasta
Nicht nur Nudeln, sondern auch helles Brot oder Kuchen könnten dank FiberX in Zukunft länger satt machen und unserem Körper wertvolle Ballaststoffe liefern.
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Irgendwo haben wir wohl alle schon mal gehört, dass Vollkornbrot und Müsli gesünder sind als Weißmehlbrötchen und Toast. Dennoch fällt es vielen schwer, ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. Doch womöglich ist das bald gar nicht mehr nötig: Australische Forscher haben neuartige Ballaststoffe entwickelt, die ballaststoffarmen Lebensmitteln zugesetzt werden und sie auf diese Weise gesünder machen können.

FiberX kann Pizza, Pasta, Kuchen und Co. gesünder machen

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Ohne Reue Pasta, Kuchen und Co. schlemmen zu können, wünschen sich wohl viele.Und genau das scheint durch die Entwicklung neuartiger Ballaststoffe in greifbare Nähe gerückt zu sein: Die Forscher vom Food Research and Innovation Centre der RMIT University in Melbourne/Australien haben Stärke aus Weizen und Mais gewonnen und deren Struktur auf molekularer Ebene verändert. Letztlich ist es dem Team um Professor Dr. Asgar Farahnaky gelungen, mehr als 80 Prozent der Stärke in Ballaststoffe umzuwandeln. Herausgekommen ist das Produkt „FiberX“.

Großer Vorteil: Das stärkebasierte Produkt ist geschmacks- und geruchsneutral sowie farblos. Daher kann er vielen verschiedenen Lebensmitteln zugesetzt werden, ohne deren Geschmack, Aussehen oder Textur zu verändern. Somit kann FiberX auch weniger nährstoffhaltigen Lebensmitteln wie Weißbrot, Kuchen, Nudeln oder Pizza beigemischt werden, um sie nahrhafter und letztlich gesünder zu machen.

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Ballaststoffe beugen Heißhunger-Attacken vor und erleichtern das Abnehmen

Rund 30 Gramm Ballaststoffe sollten wir laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) optimaler Weise pro Tag zu uns nehmen. Tatsächlich sind es im Durchschnitt weniger als 22 Gramm täglich. Aber warum sind Ballaststoffe eigentlich so gesund?

Da unser Körper sie nicht verdauen kann, regen sie die Darmtätigkeit an und beugen auf diese Weise auch Darmkrebs vor. Außerdem sorgen Sie dafür, dass der Blutzuckerspiegel nach dem Essen konstant bleibt, weshalb Vollkornbrot länger sättigt als Weißbrot. Aus diesem Grund beugen Ballaststoffe auch Typ-2-Diabetes und Heißhunger-Attacken vor und erleichtern das Abnehmen.

Zudem binden Ballaststoffe Cholesterin und verhindern, dass sich das sogenannte schlechte Cholesterin LDL (Low-density Cholesterol) an den Arterienwänden ablagert und diese verstopft. Dadurch beugen Ballaststoffe auch Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vor. Und last but not least beugt ballaststoffreiches Essen Entzündungen vor.

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"Unser Produkt ist nach der Zugabe noch nicht einmal spürbar"

Diese Wirkungen könnten zukünftig auch an sich ballaststoffarme oder -freie Lebensmittel haben: „Wir können jetzt Lebensmitteln wie Weißbrot und anderen Grundnahrungsmitteln zusätzliche Ballaststoffe hinzufügen, ohne den Geschmack oder die Textur zu verändern, was bisher eines der Hauptprobleme bei vielen kommerziell erhältlichen Ballaststoffzusätzen war“, erklärt der Projektleiter. Mit FiberX sei es bereits gelungen, Lebensmitteln bis zu 20 Prozent Ballaststoffe hinzuzufügen, ohne dass sich dabei der Geschmack oder die Textur des Produkts verändert haben.

"Unser Produkt ist nach der Zugabe nicht einmal spürbar. Es ist so, als würden die Eltern Gemüse in der Mahlzeit ihrer Kinder verstecken, um sie nahrhafter zu machen", so Farahnaky weiter. Die neue Technologie eröffne die Möglichkeit, „dass wir die Menge an Ballaststoffen in den Lebensmitteln erhöhen können, so dass wir die empfohlene Tagesdosis aufnehmen, auch wenn wir weniger Lebensmittel verzehren“, so der Wissenschaftler. Und das wiederum könne bei der Vorbeugung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes helfen.

Farahnakys Team hat Geschmackstests und Texturanalysen mit Brot und Kuchen durchgeführt, die unterschiedliche Mengen FiberX enthielten. Bei bis zu 20 Prozent des neuen Ballaststoffs merkten die Probanden nichts. „Damit haben wir die Möglichkeit, Menschen so viel an Ballaststoffen zu verabreichen, dass sie gesund bleiben", unterstreicht Farahnaky die Vorteile der neuen Entwicklung.

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Weniger Müll: Pflanzenabfälle könnten in Ballaststoffe umgewandelt werden

FiberX könne zudem klimaschonend aus pflanzlichen Abfällen hergestellt werden. Als Beispiel nannte der Wissenschaftler, dass derzeit in Australien jährlich 5.000 Tonnen Hülsenfruchtprotein produziert werden. Dabei entstünden 30.000 Tonnen Abfall.

Würde dieser Abfall zu trockener Hülsenfruchtstärke umgewandelt, wäre es durch die FiberX-Technologie möglich, daraus in großem Maßstab Ballaststoffe herzustellen, erklären die Forscher. Auf diese Weise könnten Lebensmittelabfälle reduziert und gleichzeitig neue hochwertige Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt hergestellt werden. „Diese neue Technologie wird die Herstellung von Ballaststoffen in einem kosten- und energieeffizienten Verfahren in großem Maßstab ermöglichen“, ist sich Farahnaky sicher. (nri)

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