Offiziell nicht bestätigt

Elnaz Rekabi: Iran bestraft "Kletterin ohne Kopftuch" offenbar doch - Haus der Familie abgerissen

HANDOUT - 18.10.2022, Südkorea, Seoul: Die am 18. Oktober 2022 von der iranischen Sportnachrichtenseite iwsports.ir zur Verfügung gestellten Videostandbilder zeigen die iranische Klettersportlerin Elnas Rekabi, die im Finale der Asienmeisterschaft da
Iranische Klettersportlerin Elanz Rekabi wurde für ihren Mut bewundert.
jai, dpa, -

Die Welt bewunderte ihren Mut: Elnaz Rekabi wurde als Kletterin ohne Kopftuch berühmt und als prominentes Gesicht der Proteste in ihrer Heimat Iran gefeiert. Nach ihrer Rückkehr von den Asien-Meisterschaften in Südkorea im Oktober stand sie unter Hausarrest. Offiziell hatten iranische Vertreter dem Internationalen Olympischen Komitee und dem Kletter-Weltverband IFSC versichert, dass Elnaz Rekabi "keine Konsequenzen" zu befürchten habe. Das hat sich nun offenbar geändert.

Elnaz Rekabi: Sorge um iranische Kletterin

Elnaz Rekabi: Sorge um iranische Kletterin Ohne Kopftuch angetreten
01:44 min
Ohne Kopftuch angetreten
Elnaz Rekabi: Sorge um iranische Kletterin

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Staatstreue Medien berichten nicht über den Vorfall

Die Sportkletterin wird für ihren Auftritt ohne Kopftuch offenbar doch vom so restriktiv agierenden Staat drangsaliert. Und nicht nur sie. Das Haus der Familie in der nordiranischen Provinz Zanjan soll abgerissen worden sein. Das berichtet das pro-reformatorische Nachrichtenportal "Iran Wire". Rekabis Bruder, Davood, soll in den sozialen Netzwerken ein Foto von einem zerstörten Garten gepostet haben, demnach schrieb er dazu: "Wo bist du, Gerechtigkeit?"

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Laut der iranischen Justiznachrichtenagentur "Mizan" sei der Grund für die Zerstörung, dass sowohl der Bau als auch die Nutzung von Land "nicht genehmigt" gewesen sei. Zudem sei dies schon Monate vor Rekabis Teilnahme an den Asien-Meisterschaften geschehen. Dem widersprechen regierungskritische Aktivisten, die von einem gezielten Abriss reden. Die iranischen Behörden haben die Sprengung offiziell nicht bestätigt, auch staatstreue Medien berichten nicht über den Vorfall.

Elnaz Rekabi hatte übrigens nach der Rückkehr in die Heimat in einem Statement bekannt, dass sie lediglich vergessen habe, einen Hidschab zu tragen. Die 33-Jährige hatte nur ein Stirnband getragen, darunter waren ihre Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden. Diese Aussage, die sie auch bei Instagram beteuerte, soll unter Druck erzwungen worden sein, sagen Regierungskritiker. (tno)