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Digital Detox – hilfreiche Tipps gegen übermäßige Smartphone-Nutzung

Digital Detox heißt übersetzt so viel wie "digitale Entgiftung"
Die Digitalisierung hat uns in allen Lebenslagen erfasst. Digital Detox heißt die neue Gegenbewegung, die auf digitale Entschleunigung setzt. © picture alliance / Bildagentur-o, Tetra Images/Bildagentur-online

Anti-Smartphone-Trend: Digital Detox für sich als Chance nutzen

Erst seit zehn Jahren gibt es Smartphones. Inzwischen sind die kleinen transportablen Computer, mit denen man auch telefonieren kann, in jeden Winkel des Lebens vorgedrungen. Es soll Menschen geben, die ihr Smartphone sogar nachts, wenn sie schlafen, am Körper haben. Kein Wunder, dass es einen Gegentrend gibt: Digital Detox, digitale Entgiftung.

Digital Detox als Gegenbewegung zur absoluten Digitalisierung

Von Christiane Mitatselis

Laut einer 'EY'-Studie aus diesem Sommer besitzen 78 Prozent aller Deutschen ein Smartphone, es ist hierzulande der Hauptzugang zum Internet. Insgesamt sind die Deutschen demnach 4,4 Stunden pro Tag im Netz. Besonders junge Erwachsene im Alter von 21 bis 30 Jahren sind fast immer online. Sie verbringen täglich im Schnitt sieben Stunden im Netz, bei den Über-60-Jährigen sind es mehr als zwei Stunden.

Das Resultat: Überall blinkt und vibriert es, überall wird auf Displays gestarrt – ob in der Bahn, am Flughafen oder im Restaurant. Viele Menschen fühlen sich genötigt, auf Nachrichten umgehend zu antworten. Es nimmt oft zwanghafte Züge an. Man sitzt mit jemandem zusammen – ein Gespräch ist jedoch nicht möglich, da der Betreffende permanent sein Smartphone checken muss. Solche Menschen sind Smartphone-Sklaven, man kann mit ihnen chatten, aber nicht sprechen.

Es ist eine Abhängigkeit, die sich wie jede Sucht bewusst bekämpfen lässt. Man muss es nicht gleich so radikal angehen, wie ein paar verrückte Amis, die in den Wäldern von Kalifornien in 'Digital Detox Camps' versuchen, total offline zu leben. Man sollte Smartphones nicht verdammen, sondern versuchen, sie maßvoll und mit Verstand zu nutzen. 

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Vier Tipps zur digitalen Entgiftung:

Alle Benachrichtigungen ausschalten:

Es ist nicht notwendig, dass sich das Smartphone bei jedem Instagram-Like oder jeder Nachricht in Gruppen-Chat meldet. Wenn es dauernd vibriert oder blinkt, wird man nur nervös.

Nicht immer online sein:

WLAN und mobile Daten ausschalten! Man kann das Smartphone auch einfach als Telefon benutzen, nur stundenweise online sein – und dann alle Nachrichten am Stück checken. Man sieht dann besonders deutlich, dass mindesten die Hälfte Müll ist.

Offline-Zonen:

Wer sich das Handy ans Bett legt, ist es selbst schuld. Das Schlafzimmer sollte eine Offline-Zone sein. Man sollte einen Wecker nutzen, dafür braucht man kein Smartphone, das im Zweifel durch Vibrieren oder Bimmeln die Nachtruhe stört. Auch beim Essen haben die Dinger nichts zu suchen. Alles zu seiner Zeit.

Etwas zu lesen dabei haben:

An der Bushaltestelle oder in der Bahn, überhaupt immer dann, wenn man irgendwo wartet, sollte man im Rahmen der Digital Detox eine Zeitung oder ein Buch lesen. Und das Handy dabei offline lassen, auch das ist schön entspannend. Telefonieren in der Bahn ist sowieso eine nervende Unsitte, die man gleich mitabgewöhnen kann.

Übrigens: Die Adventszeit, die in diesem Jahr am 3. Dezember beginnt, war früher einmal eine christliche Fastenzeit. Bei orthodoxen Christen ist sie das noch heute. Adventsfasten könnte zum Beispiel darin bestehen, nicht auf Glühwein, sondern auf Online-Stunden zu verzichten.

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