Längst nicht mehr unumstritten

Die irre Geschichte über die Geburt des Cheerleadings - und was Sie über George W. Bush wissen müssen

Cheerleading ist sehr beliebt.
Cheerleading ist sehr beliebt.
© imago/ZUMA Press, imago sportfotodienst

02. November 2021 - 8:12 Uhr

Es brauchte einen mutigen Mann

Der erste Cheerleader hieß Johnny Campbell und war ein mutiger Mann. Campbell studierte Ende des 19. Jahrhunderts in Minnesota und liebte sein Football-Team so dermaßen, dass er an einem denkwürdigen 2. November im Jahr 1898 über die Absperrung aufs Feld kletterte und die Menge anpeitschte. Campbell tanzte und sang, das Publikum tat es ihm nach.

Der Support ist zum Sport geworden

"Rah, Rah, Rah! Sku-u-mar, Hoo-Rah! Hoo-Rah! Varsity! Varsity! Varsity, Minn-e-So-Tah!", rief Campbell. So ist es zumindest überliefert. Und da "Minn-e-So-Tah" die Partie gegen die Northwestern University gewann, verbreitete sich die neuartige Form der Anfeuerung unter den Studenten des Landes. Das Cheerleading war geboren.

Heute ist aus der Unterstützung der Lieblingsmannschaft längst eine Sportart geworden mit Elementen des Turnens, der Akrobatik und des Tanzes. Es gibt die Cheers, die Anfeuerungsrufe, Stunts, Pyramiden, Jumps oder Motions. Und es gibt Debatten, denn nach Campbell und seinen männlichen Cheerleadern kamen die leichtbekleideten Frauen.

Beim Basketball-Bundesligisten Alba Berlin wurden sie 2019 aus dem Programm verbannt. "Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt", sagte Geschäftsführer Marco Baldi.

Auch mehrere US-Präsidenten waren Cheerleader

Ronald Reagan
Ronald Reagan war Cheerleader! Jaja, tatsächlich.
© Geo Television

Dabei ist Cheerleading von der Idee weit mehr als nur ein netter Hingucker für gelangweilte Zuschauer. In der modernen Variante haben auch die Ultras in den Fußballstadien einen Cheerleader, der Capo auf dem Zaun ist der Nachfolger von Johnny Campbell. Wie die Anführer der harten Fußballfans hatten auch die früheren Cheerleader in den USA ein Megaphon in der Hand.

Übrigens: Auch die US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower, Franklin Roosevelt, Ronald Reagan und George W. Bush waren Cheerleader.

In Berlin ist das Showprogramm mit Cheerleadern dennoch Geschichte. Dafür hat Alba Wettkampfteams. Die ALBAmbinis sind offen für Jungs und Mädchen bis elf Jahre, dazu gibt es das Junior Danceteam und das Alba Berlin Danceteam. Mit vielen mutigen Frauen.