Reagieren Ampeln auf Grün-Schalter?

"Signal kommt" . . . oder auch nicht!

Berliner Ampeln reagieren nicht auf Grün-Schalter
Berliner Ampeln reagieren nicht auf Grün-Schalter
© picture-alliance/ dpa, Peter Endig

03. August 2021 - 11:49 Uhr

Grünphase: Nicht schneller, aber länger

Wer kennt es nicht? Man steht an der Ampel, drückt wie wild auf den Schalter für die Grünphase und geht dann doch irgendwann bei Rot, weil nichts passiert. Tatsächlich hat ein Test des Berliner Stadtmagazin tipBerlin ergeben, dass das Betätigen der meist gelben Ampelkästen nicht zu schnellerem Grün führt. Allerdings wird die Grünphase verlängert, was für Ältere und Gehbehinderte hilfreich sein kann.

28 von 30 Ampelknöpfen sind Placebos

TipBerlin-Redakteur Patrick Maynard macht in Berlin den Test. Was macht der Ampelknopf an Fußgängerüberwegen? Dazu stellt sich der gebürtige US-Amerikaner an 30 Ampeln und misst die Ampelphasen mit und ohne Knopfdruck. Am Ende ist die Wartezeit bei 28 Überwegen jeweils gleich lang. Bei den übrigen zwei spielten Straßenbahnschaltungen wohl eher eine Rolle als der Grün-Button.

Wozu gibt es diesen Schalter dann überhaupt? Zum einen verlängert der Druck auf den Sensor tatsächlich die Grünphase an sich und kann Menschen mit Beeinträchtigung beim Überqueren der Straße mehr Zeit verschaffen. Außerdem hat das Drücken des Ampelknopfes eine psychologische Wirkung: Man ist der Rotphase als Wartender nicht bis auf den Sankt-Nimmerleinstag ausgeliefert, sondern kann aktiv werden und die Grünphase herbeidrücken. So zumindest das Empfinden.

In der Realität, das hat der Test gezeigt, ist es völlig egal, ob man den Grün-Schalter drückt oder eben auch nicht.

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