Hier lauern die Parasiten im Allltag

Bandwurm beim Menschen: So schützen Sie sich

Großteil der Menschen ist resistent gegen den Fuchsbandwurm.
Großteil der Menschen ist resistent gegen den Fuchsbandwurm.
© Juan Gärtner - Fotolia

30. August 2019 - 12:11 Uhr

Großteil der Menschen ist resistent gegen den Fuchsbandwurm

Um Bandwürmer gibt es viele Mythen. Dass man sich über Beeren den Fuchsbandwurm einfangen könnte, ist wohl die verbreitetste Legende. Dabei ist kein Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch über Beeren angesteckt hat. Zeit, sich den Fuchsbandwurm mal genauer anzuschauen.

Bluttest gibt Sicherheit

In den meisten Fällen wird der Fuchsbandwurm zum Beispiel über den Hund übertragen. Die Eier haften im Fell, wo der Mensch sie beim Streicheln aufnimmt. Wäscht man sich dann nicht die Hände vor dem Essen, können die Eier schnell über den Mund in den Körper gelangen.

Da der Großteil der Menschen resistent gegen den Parasiten ist, führt eine Aufnahme der Eier nicht unbedingt zur Erkrankung. Ist man nicht resistent, können die Larven im Darm schlüpfen und die Leber befallen. Dort dehnen sie sich zu Zysten aus und können Blutgefäße oder den Gallenkanal abdrücken. Im schlimmsten Fall versagt irgendwann die Leber und der Patient stirbt. Doch durch ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit kann sie überstanden werden.

Mit einem Bluttest kann nachgeschaut werden, ob man tatsächlich Fuchsbandwurmeier aufgenommen hat oder nicht. Ist dies der Fall, sollte man jährlich durch einen Ultraschall überprüfen, wie der Befall aussieht.

So können Sie sich schützen

Der Fuchsbandwurm gilt als der gefährlichste Parasit Europas, unbehandelt verlaufen Erkrankungen früher oder später tödlich. Dem Robert-Koch-Institut wurden 2018 aus dem ganzen Bundesgebiet 49 Fälle gemeldet, etwas mehr als in den Jahren zuvor. Ein Grund dafür ist der Fuchs, der sich immer öfter in den Städten ansiedelt. Kot der Füchse mit Bandwurmeiern findet sich dort an Orten wie Sandkästen oder Gemüsebeeten, wo sich Menschen mit der Krankheit anstecken können.

Im Normalfall wandern Bandwürmer nicht durch den Körper. In ganz seltenen Fällen können aber auch die Lunge oder das Gehirn befallen werden – wie bei diesem 26-Jährigen in den USA. Dann muss schnell operiert werden. Sind die Zysten schon zu groß für eine Operation, hilft nur noch die Chemotherapie. Dadurch wird der Parasit nicht getötet, aber seine weitere Ausbreitung verhindert.

Schützen können Sie sich, indem Sie Obst und Gemüse, welches bodennah wächst, vor dem Verzehr gründlich waschen. Hunde- und Katzenbesitzer sollten ihre Tiere alle drei Monate entwurmen lassen.