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April, April: Woher kommt der Aprilscherz?

Die besten Aprilscherze

April, April: Woher kommt der Aprilscherz?

24.03.2020, Berlin: In einem Kalender sind am 1. April ein warnendes Ausrufezeichen und ein Smiley eingetragen. (zu dpa-Korr "April, April! - Von Spaghetti-Bäumen und fliegenden Pinguinen") Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zum 1. April - Achtung Aprilscherz!
jka kde, dpa, Jens Kalaene

Aprilscherz hat eine lange Tradition

Ein ordentlicher April startet traditionell mit einem Scherz. Ob im Radio, am Küchentisch oder Arbeitsplatz - überall wird gefoppt. Und das nicht nur in Deutschland. In den meisten europäischen Ländern und in Nordamerika heißt es "April, April". Aber woher kommt diese Tradition eigentlich?

Einen Startschuss für den Aprilscherz gibt es nicht

Über die Entstehung des Aprilscherzes gibt es verschiedene Theorien. Zwei Entstehungsgeschichten gelten als besonders heiße Anwärter.

Der Aprilscherz könnte seinen Ursprung in Bayern haben. Auf dem Augsburger Reichstag im Jahr 1530 sollte nicht nur der Religionsstreit geschlichtet, sondern auch das Münzwesen neu geregelt werden. Am 1. April sollte ein "Münztag" für das Heilige Römische Reich stattfinden. Der geplante Münztag fiel allerdings aus und die Spekulanten verloren ihr Geld. Das sorgte für Hohn und Spott bei der Bevölkerung, die Spekulanten wurden als Narren ausgelacht.

Die Entstehung des Aprilscherzes könnte aber auch auf die Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. im Jahr 1564 zurückgehen. Bei dieser Reform wurde der Jahreswechsel vom 1. April auf den 1. Januar verschoben. Wer der Neujahrsreform nicht folgen wollte oder von ihr noch keine Kenntnis hatte, wurde ebenfalls verlacht.

Den Aprilscherz als Begriff gibt es allerdings erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im "Grimms Deutschen Wörterbuch" steht der Aprilscherz noch nicht drin, allerdings hat der Aprilnarr dort bereits einen Eintrag.

Nicht in allen Ländern wird ein guter Witz gewürdigt

Den Aprilscherz zum 1. April gib es in den meisten europäischen Ländern und in Nordamerika. In den USA werden am "April fools' day" besonders gerne Grußkarten verschickt.

In Spanien und den lateinamerikanischen Ländern gibt es zum 1. April keine Scherze. Das liegt nicht daran, dass die Länder besonders spaßbefreit sind. Gefoppt wird in diesen Ländern am 28. Dezember, am "Tag der unschuldigen Kinder".

In islamischen Ländern gibt es offiziell keine Aprilscherze. Das Lügen ist gläubigen Muslimen streng verboten. So hat der saudi-arabische Groß-Mufti Sheik Abdul Aziz bin Abdullah Al al-Sheik an Muslime appelliert, sich nicht an Aprilscherzen zu beteiligen.