Angriff auf Twitter, Facebook und Co.

Donald Trump will mit eigenem sozialen Netzwerk an die Börse

Donald Trump bereitet sein Comeback vor.
Donald Trump bereitet sein Comeback vor.
© dpa, Evan Vucci, EV

07. Dezember 2021 - 13:05 Uhr

Mit „Truth Social“ macht Trump eigenen Traum wahr

Auch wenn man lange nicht viel von Donald Trump gehört hat, war der ehemalige Präsident alles andere als untätig. Im Oktober kündigte er an, eine eigene Social-Media-Plattform zu gründen. "Truth Social" soll bereits Anfang 2022 für jeden frei zugänglich sein. Doch das ist noch nicht genug: Zusätzlich ist auch ein Börsengang geplant. Will Donald Trump mit seinem großen Vorstoß die Tech-Giganten Apple, Google, Facebook und Co. angreifen? Investoren jubeln auf, aber auch die Börsenaufsicht ist alarmiert.

Milliarden-Finanzspritze für Donald Trumps neues Netzwerk

Donald Trump war nach dem Sturm auf das Kapitol von großen Online-Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube verbannt worden. Für die Einrichtung seines eigenen Online-Netzwerks "Truth Social" hat er die Firma Trump Media & Technology Group (TMTG) gegründet. Für den Gang an die Börse soll TMTG mit der Digital World Acquisition Corp (DWAC) fusionieren, weil DWAC bereits an der Börse gehandelt wird.

Durch die Fusion könnte Trumps Firma unter Umgehung zahlreicher Auflagen an die Wall Street gehen. Allerdings ist das eine übliche Vorgehensweise in den USA. Für den geplanten Börsengang haben die beiden Unternehmen wohl auch finanzkräftige Investoren gefunden: Ungenannte Geldgeber sollen demnach eine Milliarde Dollar (887 Millionen Euro) bereitstellen.

Doch dient dieser finanzielle Spielraum nur für Trumps soziales Netzwerk oder auch für politische Aktivitäten? Donald Trump war der erfolgreichste Spendensammler der Republikaner in der ersten Jahreshälfte und er erfreut sich an der konservativen Basis der Republikaner nach wie vor großer Beliebtheit. Nicht überraschend, dass er mit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024 liebäugelt – eine Finanzspritze für den Wahlkampf würde dabei definitiv nicht schaden!

Aufsichtsbehörde untersucht geplanten Börsengang von Donald Trump

Vorschau True Social
Donald Trumps soziales Netzwerk "True Social"
© picture alliance, picture Alliance/dpa, Christoph Dernbach

Zukunftsträchtig oder reine Abzocke? Die Skeptiker unter den Marktbeobachtern argumentieren, dass der ehemalige Präsident über den Börsengang riesige Summen einnehmen würde, aber nie und nimmer in der Lage sei, ein profitables Social-Media-Netzwerk damit aufzubauen. Am Ende werde das ganze Geld wohl vor allem der Selbstbereicherung Trumps dienen.

Nun haben auch die zuständigen US-Behörden Untersuchungen zum geplanten Börsengang eingeleitet. Scheinbar gab es beim Fusionsverfahren zwischen Trumps Firma und der DWAC Regelverstöße. Wie bekannt wurde, erhielt Trumps Partnerunternehmen nun Auskunftsanfragen der Börsenaufsicht. Sie fordert demnach unter anderem Angaben zu Vorstandssitzungen, der Identität bestimmter Investoren und Informationen zu früheren Aktienaktivitäten.

Doch es wäre keine Überraschung, wenn Donald Trump auch dieses Mal unbeschadet davon kommen würde. (mno)