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Sudan

Im Nordosten Afrikas liegt das drittgrößte Land des Kontinents, der Sudan. Auch nach der Abspaltung des Südsudans ist die politische Situation instabil.

Sudan Istockphoto

Die Republik Sudan ist mit 1,85 Millionen km² der drittgrößte Staat Afrikas und liegt im Nordosten des Kontinents. 40,5 Millionen Menschen leben hier, davon allein 8,5 Millionen im Großraum der Hauptstadt Khartum. Dicht besiedelt sind nur die ebenen Landschaften beiderseits des Nils, der größte Teil des Landes besteht aus Wüsten und Savannen sowie Gebirge mit Gipfeln bis 3.000 Metern Höhe. Die Bevölkerung des Sudans setzt sich wie folgt zusammen: knapp 40 Prozent Araber, zwölf Prozent Dinka, zehn Prozent Nubier, fünf Prozent Nuer und vier Prozent Bari (verschiedene sudanesische Ethnien). Aufgrund vieler verschiedener Volksgruppen werden ebenso viele lokale Sprachen gesprochen. Amtssprachen sind Arabisch und Englisch.
Bis 1955 war der Sudan eine britische Kolonie, 1956 wurde er unabhängig und zur Republik erklärt. Zahlreiche Militärputsche und innerstaatliche Machtkämpfe sowie ein im Südsudan tobender Bürgerkrieg führten dazu, dass der Sudan keine politische Stabilität erzielen und sich keine seiner Regierungen längere Zeit halten konnte. 1981 begann im Sudan eine Hinwendung zum Islamismus, 1983 wurde im ganzen Land die Scharia eingeführt. Das führte zur Verschärfung des Bürgerkrieges, der ununterbrochen bis 2005 andauerte und hunderttausende Menschenleben kostete.

2005 wurde ein Friedensabkommen zwischen der Regierung in Khartum und den Rebellengruppen im Südsudan geschlossen. Es gewährte dem Südsudan weitgehende Autonomie, die 2011 nach einem Referendum zur endgültigen Abspaltung und zur Gründung der Republik Südsudan führte. Auch heutzutage ist der Sudan ein politisch instabiles und wirtschaftlich schwaches Land. So gibt es beispielsweise häufig kriegerische Auseinandersetzungen mit den Nachbarstaaten und der Diktatur im Inneren.

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