Haarausfall, Stimmungsschwankungen, Herz-Kreislauf-Probleme

Wie erkenne ich eine Schilddrüsen-Fehlfunktion?

17. September 2021 - 12:53 Uhr

Jeder 3. Erwachsene in Deutschland ist betroffen

Krasse Gewichtszunahmen oder -abnahmen, Haarausfall, Stimmungsschwankungen: Das alles kann einem das Leben schwer machen. Oft kommen die Betroffenen erst ganz spät drauf: Das kann von der Schilddrüse kommen. Jeder 3. Erwachsene in Deutschland hat Probleme mit einer Schilddrüsen-Überfunktion. Was zu einer Überfunktion führt, wie sich das auf uns auswirkt und was man dagegen tun kann, erklärt Endokrinologie-Professorin Petra-Maria Schumm-Draeger im Video.

Bei einer Unterfunktion schaltet der Körper auf Sparflamme

Schilddrüsen-Überfunktion kann von sogenannten heißen Knötchen in der Drüse herrühren oder aber von einer Autoimmunerkrankung. Die Folgen: Gewichtsabnahme, Haarausfall und ernste Probleme im Herz-Kreislauf-System. Was dagegen unternommen werden kann, sehen Sie im Video! Aber es gibt auch die Schilddrüsen-Unterfunktion. "Wenn die Schilddrüse über längere Zeit zu wenig Hormone in den Körper-Kreislauf abgibt, spricht man von einer Schilddrüsen-Unterfunktion", erklärt Dr. med. Nina Buschek von der Apotheken Umschau uns. Medizinisch heißt das Hypothyreose und bei so einer Unterfunktion schaltet eigentlich der ganze Organismus auf Sparflamme.

Lese-Tipp: Schilddrüsen-Medikament vom Markt genommen – was Betroffene jetzt wissen sollten

IM VIDEO: Frau Füge musste die Schilddrüse entfernt werden - was hat das für Folgen?

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Diese Symptome deuten auf Unterfunktion hin

Das könne man dann an ganz vielen Beschwerden merken: "Zum Beispiel kann es sein, dass man einfach nur müde ist und abgeschlagen oder depressiv verstimmt", so Buschek. "Ganz typisch ist auch, dass einem häufig kalt wird, dass man friert, dass man Gewicht zunimmt." Frauen merken es auch an den Haaren oder an der Haut. Die Haut wird trocken, die Haare werden stumpf oder die Nägel werden brüchig. "Und es gibt noch weitere unspezifische Beschwerden, zum Beispiel chronische Verstopfung oder aber auch ein unerfüllter Kinderwunsch oder Menstruation."

Lese-Tipp: Hashimoto-Diät – Abnehmen trotz Schilddrüsenunterfunktion

So wird eine Unterfunktion diagnostiziert

All diese Beschwerden sind sehr unspezifisch – und das ist ein Problem. "Wenn man es an der Schilddrüse hat, tut einem nicht die Schilddrüse weh", bestätigt die Medizinerin. Man sollte seine Symptome ernst nehmen und vom Hausarzt abklären lassen, so Buschek weiter. "Der Hausarzt kann eine Schilddrüsenunterfunktion ganz einfach feststellen, dafür reicht ein einfacher Bluttest." Im Blut wird dann gegebenenfalls festgestellt, dass das TSH, das sogenannte Schilddrüsen stimulierende Hormon, erhöht ist.

Lese-Tipp: Müde trotz Schilddrüsenhormon? Einnahme-Trick soll munter machen - Arzt klärt auf!

Ursache meist chronische Entzündung

Schilddrüsenunterfunktion trifft häufiger Frauen und auch die jüngeren Frauen – 40- bis 50-Jährige entwickeln oft schleichend langsam eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Ursache sei meistens eine chronische Entzündung der Schilddrüse. "Das ist eine Autoimmunerkrankung, wo sich der Körper gegen sich selber wendet", erklärt Buschek. "Die Ursache ist nicht bekannt." Eine andere Gruppe, die häufiger Schilddrüsenunterfunktion hat, sind Menschen, die schon andere Autoimmunerkrankungen haben – zum Beispiel Diabetes Typ 1 oder auch Zöliakie oder Psoriasis. (ija)