Georgina Fleur und ihr Kubilay - eine Hassliebe im „Sommerhaus der Stars“

Was macht eine toxische Beziehung aus - und wie kommt man aus der Nummer wieder raus?

Vergiftete Beziehungen sind Partnerschaften, in denen sich beide wechselseitig abwerten, beschuldigen, beleidigen.
© iStockphoto, iStock, Iryna Kuznetsova

11. September 2020 - 15:20 Uhr

On, off, Zoff, Tränen, Trennung: Nur eine komplizierte Beziehung?

In "Das Sommerhaus der Stars" fliegen schon die Fetzen! Denn Georgina Fleur und Kubilay Özdemir sind ein wirklich ungewöhnliches Pärchen. Sie lieben sich, sie zoffen sich, sie trennen sich – und kommen wieder zusammen. Georgina gibt zu: "Ich kann nicht sagen, wie oft ich mich getrennt habe – öfter als ich es bei Insta gepostet habe." Und zwar unter Tränen, denn mal wieder hat ihr Kubi (41) sie allein gelassen. Die beiden führen seit zwei Jahren das, was sie selbst eine "komplizierte Beziehung" nennen.

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Was macht eine toxische Beziehung aus?

Nur eine komplizierte Beziehung – oder schon alles durch und durch vergiftet? Bei Georgina Fleur und Kubilay Özdemir deutet alles darauf hin, als sei diese Beziehung in Wirklichkeit das, was heutzutage als toxische Beziehung bezeichnet wird: Ein Verhältnis voller Gift und Galle. Was ist eine toxische Beziehung eigentlich und was muss man tun, um sie zu beenden? Wir haben mit der Familienberaterin Ruth Marquardt darüber gesprochen.

"Vergiftete Beziehungen – das sind für mich zunächst einmal Partnerschaften, in denen sich beide wechselseitig abwerten, beschuldigen, beleidigen", sagt uns die Paarexpertin, "um im Anschluss wieder die Nähe zu suchen. Das Spiel lässt sich leicht bezeichnen mit 'Komm her – geh weg'."

Aber: Dieses Spiel aus Liebe und Hass, Nähe und Distanz, kann keiner der beiden Partnern gewinnen, so Marquardt. Das Spiel koste zu viel Kraft und Energie, der Selbstwert sinke, das Gefühl von Vertrauen werde wiederholt untergraben. Und all das macht auf Dauer beide Partner krank – meist einen der beiden mehr als den anderen.

Stress, Burnout, Krebserkrankungen sind die Langzeitfolgen

Denn tatsächlich kann das Gift in der Beziehung schweren Folgeschäden führen: "Wird das nicht durch Therapie, Paar-Coaching oder ähnliche Maßnahmen aufgelöst, vergiften sich die Partner weiter in ihren unbewussten Psycho-Spielen bis hin zu Burnout, Depression, sogar Krebserkrankungen können die Folge sein oder Tendenzen zum Suizid", sagt die Paartherapeutin. Studien haben tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Depressionen, Schlaflosigkeit, erhöhtem Stresssyndrom und einigen Krebsarten feststellen können. Resultat: Toxische Beziehungen können sogar zu einer höheren Sterblichkeit führen.

Beziehungen zu selbstverliebten Männer schaden vor allem der Frau

Oft sind es stark selbstverliebte, also narzisstische Männer, die ein Treiber für die toxische Beziehung sind. "Ein stark narzisstisch geprägter Mann findet sich per se unwiderstehlich und großartig", sagt uns die Expertin. "Hat er es mit einer Partnerin zu tun, die zu Beginn der Beziehung selbstbewusst, vielleicht berühmt ist, wird er sie üblicherweise abwerten mit Bemerkungen wie: 'Du Paradiesvogel – du Berühmtheit.' Er kann nicht verstehen, dass es jemanden geben kann, der besser oder ähnlich großartig ist wie er selbst. Dauerhafte Abwertung der Partnerin macht immer diese krank – nicht den Narzissten selbst."

Wie können Paare aus einer toxischen Beziehung rauskommen?

Aber was ist die Entgiftungskur für eine solche Beziehung? "Ein Ausstieg gelingt nur, wenn beide sich ihrer eigenen Beziehungsmuster bewusst werden", so Marquardt. "Und hier haben unsere jeweiligen Eltern oder die Menschen, die für unsere Erziehung zuständig waren, gewaltig ihre Finger mit im Spiel." Denn ab einem bestimmten Alter stellen die meisten Menschen unbewusst die psychischen Spiele der Eltern nach. Eine Therapie, ein Coaching oder eine Paarberatung können hilfreich sein, um aussteigen zu können. "Es geht dabei darum, die typischen Spiele von Paarbeziehungen zu verstehen und zu durchschauen, um sie dann in der Therapie auch verlassen zu können."

Wenn beide Partner dazu bereit seien, tatsächlich an ihrer Beziehung zu arbeiten, an sich selbst und an ihrem Verhalten, aber auch ihren unausgesprochenen Wünschen und Bedürfnissen auf die Schliche kommen wollen – nur dann ist es möglich, die Beziehung wieder zu entgiften. Dazu sind laut der Familienberaterin folgende Punkte unbedingt notwendig – wobei die Basis immer eine liebevolle und achtsame Haltung sich selbst gegenüber bildet:

  • Die eigene Bereitschaft, sich selbst zu verändern
  • Die Bereitschaft, offen und wertschätzend mit dem Partner zu kommunizieren
  • Der Verzicht auf Schuldzuweisungen und Vorwürfe
  • Ich-Botschaften nutzen, die dem Partner zeigen, was in mir selbst vorgeht
  • Die Bereitschaft zu gegenseitigem Respekt
  • Eine innere Haltung von Liebe auf Augenhöhe

GUT ZU WISSEN: Beziehungstyp - wie verhalten Sie sich in einer Partnerschaft?

Wer kennt das nicht: Eigentlich will man in der neuen Beziehung alles anders machen und bloß nicht die typischen Fehler wiederholen. Doch dann ertappt man sich dabei, wie man doch immer wieder in alte Beziehungsmuster verfällt. Es stimmt zwar: Jede Beziehung ist anders, aber dennoch gibt es bestimmte Rollentypen, die die Partner in einer Beziehung einnehmen. Wir stellen Ihnen die sechs häufigsten Beziehungstypen vor und erklären, worauf Sie achten müssen.