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Tschernobyl

Tschernobyl ging als atomare Umweltkatastrophe in die Geschichte ein. Bis heute gibt es verstrahlte Sperrzonen. Weitere Infos und News zum Thema auf RTL News.

Tschernobyl picture alliance / Photoshot | -

Tschernobyl ist eine Stadt und Atomkraftanlage in der Ukraine. Die Stadt liegt heute etwa 15 km entfernt von der Grenze zu Weißrussland. In der Nähe befindet sich Prypjat. Mit dem Reaktorunfall von 1986 erlangte Tschernobyl negative Berühmtheit.

Nuklearkatastrophe Tschernobyl

Die Katastrophe ereignete sich am 26. April 1986. Damals gehörte die Ukraine zum sogenannten Ostblock und lag weit hinter dem Eisernen Vorhang. Der Vorfall in Tschernobyl trug sich zu, nachdem am 25. April 1986 eine Simulation im Kraftwerk erzeugt wurde. Dabei kam es zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg des Reaktors. Am 26. April 1986 um 1:23 Uhr ereignete sich daraufhin eine Explosion. Damit kam es zu einem katastrophalen atomaren Unfall in Block 4. Der Vorfall wurde vorerst jedoch verschwiegen. In Europa wurde man durch eine radioaktive Wolke auf den Unfall aufmerksam.

Der Tod vieler Liquidatoren

Die am stärksten betroffenen Gebiete wurden danach dekontaminiert, inklusive dem Atomkraftwerk selbst. Sogenannte Liquidatoren wurden dafür eingesetzt. Sie begannen nach der Explosion mit der Dekontamination und dem Bau eines Stahlbetonmantels. Viele starben nach dem Einsatz. Von der WHO wird die Anzahl der Liquidatoren final auf 600.000 bis 800.000 geschätzt. Im November 1986 schließlich konnte ein provisorischer Stahlbetonmantel errichtet werden. Er ging als „Sarkophag“ in die Literatur ein. Eine der Interventionen war die Grabung eines Tunnels zu Block 4 des Kraftwerkes unmittelbar nach der Katastrophe. Der 150 Meter lange Tunnel wurde von Minenarbeitern gegraben, um unter den havarierten Reaktor zu gelangen und das Erdreich gegen die Kontamination mit einem Stahlbeton-Boden abzusichern.

Evakuierung des Gebietes

1986 wurden etwa 116.000 Personen im Umkreis von 30 km Entfernung evakuiert. Später kamen weitere 240.000 Personen hinzu. Auch heute noch gibt es verstrahlte Sperrzonen in der Ukraine, Russland und Weißrussland auf Grund der Katastrophe. Die Katastrophe hinterließ nicht nur Tote, sondern auch Schäden an lebenden Menschen. Zu den Haupt-Krankheiten zählen Krebs und psychische Traumata. Einige der Wissenschafter halten die sozialen und psychischen Folgen sogar für die schwerwiegendsten.