Nach dem Tod ihrer Stieftochter„Nicht die Kraft“ – Bärbel Bas gibt alle Spitzenämter auf

Es sind sehr persönliche Worte, mit denen sie ihren Rückzug erklärt.
Bärbel Bas tritt als SPD-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin zurück. Nach dem Tod ihrer Stieftochter braucht die Politikerin Zeit, um den schweren Verlust zu verarbeiten. Das teilt sie am Montag (12. Oktober) in einer persönlichen Erklärung mit. Doch nicht nur ihre Trauer bewegt die SPD-Politikerin zu diesem drastischen Schritt. Auch die anhaltenden politischen Angriffe haben offenbar Spuren hinterlassen.
Bärbel Bas zieht nach Tod ihrer Stieftochter Konsequenzen
„Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Diese möchte ich mir ausreichend nehmen“, schreibt Bärbel Bas an ihre Parteikollegen. Besonders bitter für die Politikerin ist offenbar, dass die politischen Auseinandersetzungen selbst in dieser schweren Zeit nicht aufgehört haben. „Darüber hinaus muss ich leider feststellen, dass die öffentlichen Angriffe auf mich, leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners, in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit weiter forciert wurden.“
Die Konsequenz ist für Bas unausweichlich. Sie erklärt, dass ihr momentan die Kraft fehle, ihre Aufgaben in Regierung und Partei vollständig wahrzunehmen. Deshalb habe sie SPD-Co-Chef Lars Klingbeil über ihren sofortigen Rücktritt als Parteivorsitzende informiert. Gleichzeitig habe sie Bundeskanzler Friedrich Merz gebeten, sie aus dem Amt der Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen. „Dieser Schritt ist mir nicht leichtgefallen”, betont die 58-Jährige.
Ihr Ministerium brauche eine Führung, die anstehende Gesetze und Reformen mit voller Kraft voranbringen könne. Bei den Beschäftigten bedankt sie sich ausdrücklich für die Unterstützung.
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Lars Klingbeil verurteilt Angriffe auf Bärbel Bas
Ihr Parteikollege Lars Klingbeil reagiert betroffen auf den Rückzug. In einer Stellungnahme erklärt er, dass ihn die Entscheidung sehr traurig mache: „Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen. Deshalb kann ich ihren Schritt persönlich nachvollziehen. Die Angriffe gegen sie in den letzten Tagen ihrer Trauer waren unanständig. Sowas gehört sich nicht.“
Klingbeil würdigt zudem die gemeinsame politische Arbeit und bedankt sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für die kommende Zeit wünsche er Bas von ganzem Herzen viel Kraft.
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch würdigte laut dpa, Bas habe Haltung gezeigt, auch wenn es unbequem wurde. „Aber die Kraft ist endlich.”
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„Heute endet für mich ein Kapitel, aber nicht die Geschichte“
Trotz ihres Rückzugs aus der Regierung und der SPD-Spitze will Bärbel Bas der Politik nicht vollständig den Rücken kehren. Ihr Bundestagsmandat möchte sie behalten und die Menschen ihres Wahlkreises Duisburg weiterhin vertreten.
Zum Abschied richtet die 58-Jährige emotionale Worte an ihre Weggefährten: „Heute endet für mich ein Kapitel, aber nicht die Geschichte. Denn was bleibt, sind nicht die Ämter, die wir getragen haben, sondern Spuren, die wir in den Herzen der Menschen hinterlassen.“
Ihre Erklärung beendet Bas mit der Hoffnung, bald wieder mit voller Kraft arbeiten zu können.
Verwendete Quellen: Bärbel Bas/SPD, dpa


