Überlebt Baby Christopher?

Stromausfall legt Sauerstoffgerät lahm - Familie kämpft für krankes Baby

Christopher Garcia braucht dringend Sauerstoff - aber die Sauerstoffmaschine hat keinen Strom.
© CNN

18. Februar 2021 - 10:51 Uhr

Familie sorgt sich um kranken Sohn

Der kleine Christopher liegt dick eingewickelt in Decken in seinem Bettchen, seine Eltern wachen Tag und Nacht neben ihm. Atmet er noch? Denn die Sauerstoffversorgung, die er so dringend braucht, funktioniert nicht: Stromausfall.

Nebenan im Wohnzimmer erwärmt sich ganz langsam ein Kessel Wasser auf Kerzen, im Kamin sorgen die Bauklötzchen der kleinen Schwester wenigstens für ein bisschen Wärme im Haus. Und das mitten in Texas. Mehr als 2,7 Millionen Menschen in Texas haben keinen Strom, seitdem ein Wintersturm über das Land gefegt ist.

"Wir rationieren jetzt die Sauerstoffflaschen für Christopher"

Christopher Garcia hat als Frühchen Probleme mit dem Atmen. Seine Eltern bewachen ihn ständig.
Christopher Garcia hat als Frühchen Probleme mit dem Atmen. Seine Eltern bewachen ihn ständig.
© CNN

Angel Garcia, die Mama des fünf Monate alten Babys ist verzweifelt:

"Wir haben eine Sauerstoffmaschine, die die Raumluft umwandelt. Aber nachdem wir ja keinen Strom haben, mussten wir unsere Zylinder benutzen. Die sind aber auch leer gegangen und werden leider nur einmal im Monat geliefert. Wir können noch nicht mal Christophers Sauerstoffsättigung messen. Also müssen wir ihn nonstop beobachten, damit wir wissen, ob es ihm gut geht.", schildert sie CNN.

Christopher ist als Frühchen zur Welt gekommen, seine Lungen waren noch nicht ausgereift. Erst vor drei Wochen durfte er endlich aus dem Krankenhaus nach Hause – und jetzt diese Katastrophe.

Millionen Haushalte ohne Strom

Der sonnige Staat Texas ist solches Extremwetter nicht gewöhnt. Ein Wintersturm dieser Stärke sei ein "noch nie dagewesenes und weitreichendes, gefährliches Winterwetter" von einer Küste zur anderen, sagte der nationale Wetterdienst.

Derzeit gelten bereits für über 150 Millionen US-Bürger Warnungen vor Schnee- und Eisstürmen. Wegen der für dortige Verhältnisse ungewöhnlichen und enormen Kälte von bis zu -18 Grad Celsius war der Strombedarf so stark gestiegen, dass Teile des Netzes immer wieder von der Versorgung getrennt werden mussten, damit die Versorgung nicht komplett zusammenbricht.

Kein Strom, kein Wasser, keine Wärme

Familie Garcia erhitzt Wasser in einem Kessel auf Kerzen, weil der Strom ausgefallen ist.
Familie Garcia erhitzt Wasser in einem Kessel auf Kerzen, weil der Strom ausgefallen ist.
© CNN

Not macht erfinderisch – und trotzdem zittern Millionen von Texanern. Die Garcias haben noch nicht einmal laufendes Wasser aus dem Wasserhahn, weil die Wasserpumpe nicht funktioniert. Deshalb versuchen sie, Wasser aus Flaschen in einem kleinen Kessel zu erwärmen – über ein paar Kerzen.

Eigentlich kann Familie Garcia noch von Glück reden, dass sie einen Kaminofen im Haus haben und so wenigstens ein bisschen, oder zumindest einen Raum aufheizen können. Aber: das Brennholz geht ihnen aus. Und so müssen die Holzbauklötzchen der dreijährigen Tochter Jordan herhalten. Spielzeug im lodernden Feuer, damit die Familie bei den eisigen Temperaturen im Haus nicht einfriert.

Keine Aussicht auf Besserung

Das Stromnetz in Texas ist autark, ist also nicht an das anderer Bundesstaaten angeschlossen. Über die Hälfte der Windräder stehen still, Gas- und Kohlekraftwerke kommen der Nachfrage nicht hinterher, die Preise explodieren.

Die Garcias haben Glück und nach langem Warten in der Schlange eine Flasche Gas ergattert.

"Wir können nichts tun. Alle Texaner sitzen im gleichen Boot. Wenn jemand Elektrizität hat, hat er kein Wasser. Wer Wasser hat, hat keine Elektrizität.", sagte sie CNN.

Experten schätzen, dass der Strom erst wieder zurück in die Haushalte kommt, wenn sich die Wetterlage bessert. Und das kann noch ein paar Tage dauern. Ein paar Tage in eisiger Kälte.

Die die Garcias am Bettchen ihres kleinen Christopher verbringen werden. Um zu beobachten, ob er noch atmet.