Archiv

Schwarzarbeit

Eine nicht ordnungsgemäß angemeldete entlohnte Tätigkeit ist Schwarzarbeit. Illegale Beschäftigungen sind strafbar und führen zu hohen Steuereinbußen.

Schwarzarbeit picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Tino Plunert

Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Gesetzesverstoß, der bestraft werden kann. Was genau Schwarzarbeit ist, ist festgelegt im § 1 des Gesetzes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung (Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz). Wer Dienstleistungen oder Werkleistungen erbringt oder ausführen lässt, ohne dies anzumelden, arbeitet schwarz oder lässt schwarz arbeiten.

Zur Schwarzarbeit trägt bei, wer die Anmeldung unterlässt

Wer arbeitet oder Dienstleistungen erbringt, ohne dies anzumelden, tut dies gesetzeswidrig. Auch Arbeitgeber haben die Pflicht, für sie getätigte Arbeiten ordnungsgemäß anzumelden. Das heißt, sie müssen Beschäftigte nach dem Sozialversicherungsrecht anmelden und für sie Steuern abführen. Wer eine Tätigkeit selbstständig als Gewerbe ausführt, ist ebenfalls verpflichtet, dies anzumelden, nämlich beim Gewerbeamt, und muss ggf. Steuern abzuführen. Wer Sozialleistungen erhält und trotzdem arbeitet, ist außerdem noch verpflichtet, dies bei der entsprechenden Behörde zu melden. Wird Schwarzarbeit aufgedeckt, so kann dies empfindliche Strafen nach sich ziehen. Arbeitgeber, die Beschäftigte nicht zur Sozialversicherung anmelden, müssen z. B. mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 € rechnen.

Weitreichende Folgen von Schwarzarbeit

Lediglich Arbeiten, die für Angehörige, aus Gefälligkeit oder aus Nachbarschafts- oder Selbsthilfe ausgeführt werden und somit nicht auf Gewinn ausgerichtet sind, fallen nicht unter die Schwarzarbeit. Schwarzarbeit kann es in allen Bereichen geben. Weit verbreitet ist Schwarzarbeit vor allem in der Bau- und Handwerksbranche, aber auch in Privathaushalten. Einer Studie des Tübinger Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung und der Universität Linz zufolge entgehen dem Staat wegen illegaler Beschäftigung jährlich um die 60 Milliarden Euro Steuern. Einerseits fehlt dieses Geld dem Staat und den Sozialversicherungen, andererseits wird auch der Wettbewerb auf dem Markt verzerrt. Denn wer schwarz arbeitet, kann seine Arbeit günstiger anbieten als jemand, der Steuern zahlt. Seit 2017 gibt es ein neues Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz. Seitdem sind auch die Landesbehörden berechtigt, Prüfungen vor Ort vorzunehmen. Ihre Mitarbeiter können z. B. nach Dokumenten fragen. Auch der Zoll hat mehr Berechtigungen bekommen als zuvor.