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Anorexie

Anorexie bedeutet im medizinischen Sprachgebrauch Appetitlosigkeit und im psychiatrischen Sinne Anorexia nervosa. In der Bevölkerung ist die Erkrankung als Magersucht bekannt.

Anorexie picture alliance / maxppp | Karen KUBENA

Anorexie ist im allgemeinen medizinischen Sprachgebrauch das Wort für Appetitlosigkeit. Ein erstes Symptom ist der Verlust des Appetits. Eine länger andauernde Appetitlosigkeit senkt das Hungergefühl und es droht eine Mangelernährung, die zu schweren körperlichen Schäden führen kann. Selbst Hungerödeme können durch Anorexie hervorgerufen werden. Die allgemeine Anorexie kann auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten und ist daher nicht eindeutig zuzuordnen. In der Psychiatrie ist das Wort Anorexie die Abkürzung für Anorexia nervosa, was übersetzt Magersucht bedeutet.

Was ist Magersucht?

Die Magersucht ist eine psychische Erkrankung und eine bestimmte Form der Essstörung. Als wichtigstes Diagnosekriterium dient das Körpergewicht. Liegt es mindestens 15 % unter dem Normalgewicht eines Erwachsenen oder unter der 10. Altersperzentile bei Kindern, spricht man von Magersucht. Hinzu kommt, dass die betroffenen Personen häufig große Angst haben, zu dick zu sein. In der Folge schränken sie ihre Nahrungszufuhr drastisch ein und meiden bestimmte Arten von Nahrungsmitteln. Manchmal beginnen sie auch, exzessiv Sport zu treiben. Während des Essens werden Rituale entwickelt. Nach und nach verbieten sich die Betroffenen immer mehr Lebensmittel und verweigern teilweise Nahrung komplett. Der Übergang zur Bulimie kommt meistens schleichend, wenn die magersüchtige Person abführende oder harntreibende Medikamente verwendet und letztendlich die Nahrung nach dem Essen wieder erbricht.

Die Ursachen und das Geschlechterverhältnis der Magersucht

An der Magersucht erkranken weitaus mehr Frauen als Männer. Das Verhältnis liegt laut Studien bei 1:10 bis 1:12. In der Pubertät orientieren sich viele Mädchen an den schlanken Vorbildern in den Medien und möchten ihnen nacheifern. Daher erkranken die meisten betroffenen Personen in der Pubertät und nur wenige im Kindesalter. Vor der Pubertät entsteht Untergewicht meistens durch stark einschränkendes Essverhalten oder exzessive körperliche Betätigung.

Wie beginnt die Magersucht?

Die Erkrankung beginnt meist mit einer scheinbar harmlosen Diät. Die Diäten werden häufig in drastisch veränderten Lebensabschnitten vollzogen. Zum Beispiel können solche Lebensabschnitte ein Auslandsaufenthalt, die erste Liebe oder die pubertären Körperveränderungen sein. Zu Beginn der Diät meiden die Erkrankten zunächst nur bestimmt Lebensmittel wie Süßigkeiten oder Fleisch.