„Die Gesellschaft ist noch nicht so weit, aber man muss Änderungen vornehmen, dass Menschen nicht zu lange im Sterben liegen.“
Diesen Satz soll der Angeklagte Johannes M. laut Ermittlern am Telefon zu seiner Ehefrau gesagt haben. Hat er da indirekt die Morde gestanden?
„Er habe seinen Patienten nur helfen und diesen Prozess beschleunigen wollen, außerdem seien seine Taten nicht wahllos sondern gut geplant gewesen."
Aber was wird Johannes M. eigentlich vorgeworfen? Zwischen 2021 und 2024 soll er als Palliativarzt mindestens 15 schwerkranke Patientinnen und Patienten mit Medikamenten getötet haben. Außerdem werden 96 weitere Verdachtsfälle geprüft, im Rahmen der Ermittlungen sogar Verstorbene exhumiert und untersucht.
Johannes M. soll sogar nach einigen Taten in den Wohnungen seiner Opfer Feuer gelegt haben, um seine Spuren zu verwischen. Dieses Video zeigt, wie der Arzt von einem der Tatorte wegrennt. Es sind diese Brände, die eine Arbeitskollegin von Johannes M. misstrauisch machen – sie zeigt ihn an.
Vor Gericht treffen wir heute eine ehemalige Patientin, Melanie J., sie hofft jetzt endlich auf Antworten.
„Ich würde mir am liebsten erhoffen, ihn mal zu fragen, warum er mich als einzige überleben lassen hat. Ich hoffe, dass den armen Familienangehörigen, Opfern und natürlich allen Bekannten und Verwandten, Hinterbliebenen endlich mal die Antwort gegeben wird, wofür sie leiden."
Heute wollte Johannes M. sich eigentlich vor Gericht zu den Vorwürfen äußern.
„Alle haben damit gerechnet, dass er seine Taten gesteht und vielleicht sogar erklärt, auch seine Frau war heute im Publikum anwesend, aber dann hat der Mediziner in letzter Sekunde einen Rückzieher gemacht, warum ist unklar."
In den abgehörten Telefonaten soll Johannes M. außerdem zu seiner Frau gesagt haben, er „würde immer wieder so handeln." Allerdings beklagt er, so viele kriminalistische Fehler gemacht zu haben. Das ärgert ihn."
Vor Gericht spricht unsere Reporterin die Ehefrau des Angeklagten an.
„Dürfen wir sie mal fragen, wie das ist, ihren Mann da auf der Bank sitzen zu sehen."
Sie antwortet – mit dem ausgestreckten Mittelfinger....
Bis zu einer Verurteilung gilt für Johannes M. die Unschuldsvermutung. Frühstens am 10. Juli wird das Urteil erwartet.