Matthias R. heute Morgen bei Gericht in Rostock: Es wirkt, als fühle er sich unwohl, schaut immer wieder auf sein Handy, als er in der Schlange auf den Einlass wartet. Im Gerichtssaal nimmt Matthias R. ganz hinten Platz. Ist er nervös, weil im Internet ein von ihm verfasstes Statement für Aufsehen sorgt?
Wir treffen Fabians Mutter gestern Nachmittag. Im Oktober wurde ihr 8-jähriger Sohn grausam ermordet. Bis heute kann sie kaum fassen, dass ihr Ex-Mann weiter an die Unschuld der wegen Mordes angeklagten Gina H. glaubt.
„Er hat Fabi einfach verraten mit seiner Aussage vor Gericht. Er hat mit uns sehr anders gesprochen, wo die Suche noch war. Deshalb glaube ich, dass er für die Angeklagte da sein will und nicht für Fabi."
Wie sehr Matthias R. das Bild eines fürsorglichen Vaters aufrechterhalten möchte, zeigt ein bei TikTok veröffentlichtes Statement. Dort schreibt Mathias R: „Wir alle wollen die Wahrheit wissen. Besonders ich möchte die Wahrheit wissen(...) Ich kämpfe für meinen Sohn Fabian und werde immer hinter ihm stehen wie ein Löwe."
„Kämpfen sehe ich kein Stück bei ihm. Ich sehe ihn nicht kämpfen. Ich sehe ihn weder bei Fabi, Auch wenn er sagt, er ist jeden Sonntag da. Ja, also auch so wie dieses Statement war. Das war absolut nicht seine Wortwahl."
So Dorina Ls. Einschätzung – wir haken heute nach und ausgerechnet Gina H.s Anwalt bestätigt: Das Statement stammt tatsächlich von Mathias R.; der kritisiert indirekt auch die Arbeit des Gerichts – und verteidigt die Frau, die seinen Sohn brutal ermordet haben soll.
„Selbst Sachverständige und Gutachter können nicht mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, ob bestimmte Spuren tatsächlich Gina zugeordnet werden können(...)."
Vor unserer Kamera möchte sich Fabians Vater am Morgen nicht zu den Aussagen äußern.
Aber wie ist nach all dem zu erklären, dass Fabians Vater zu Gina H. hält?
„Es kann eben sein, dass eine Sorge da ist oder eine Angst, selbst beschuldigt zu werden. Oder dass die Beziehungsmotive zu der Freundin mehr wiegen als die Bindungs- oder Beziehungsmotive zum eigenen Kind."
Heute Nachmittag wird die Chefin von Fabians Vater befragt.
„Bei der Polizei hat sie bereits angegeben, wie kontrolliert und eingeengt sich Matthias R. von Gina gefühlt habe. Er soll auf der Arbeit gesagt haben, er vermute, sie spioniere ihn mit einer versteckten Software auf seinem Handy aus. Weil sie plötzlich Dinge wusste, die sie eigentlich nicht hätte wissen können."
Der nächste Prozesstag ist bereits morgen.