Parkplätze schon mittags voll

Ansturm auf Deutschlands Skigebiete - Polizei appelliert: "Dreht um. Kommt nicht"

04. Januar 2021 - 15:37 Uhr

Skipisten im Harz (Sachsen-Anhalt) und im Sauerland (NRW) überfüllt

Tagestouristen überrennen trotz Lockdown die Skigebiete im Harz und im Sauerland. Im nordrhein-westfälischen Winterberg seien schon mittags alle Parkplätze voll, teilte die Polizei am Samstag mit und appellierte an die Menschen: "Dreht um. Kommt nicht in die Skigebiete."

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Staus in der Region - Polizei schreibt Anzeigen

01.01.2021, Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Ausflügler tummeln sich mit ihren Schlitten auf einem verschneiten Hang. Die Stadt Winterberg bittet wegen der Corona-Pandemie auf Besuche in dem Wintersportort und an den Pisten im Sauerland zu verzichten
Hunderte verbringen ihre Freizeit auf der Skipiste.
© dpa, Marius Becker, mb bsc

Trotz wiederholter Bitten, im Lockdown auf Tagesausflüge zu verzichten, haben sich zu viele Ausflügler auf den Weg in die Ski- und Rodelgebiete im Sauerland und im Harz gemacht. Polizei und Ordnungsbehörden schrieben am Samstag Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg sagte. In den verschneiten Ortschaften der Region bildeten sich längere Autoschlangen und Staus, die Parkplätze füllten sich.

Die Polizei hatte am Morgen per Twitter angekündigt, die Stadt am Wochenende verstärkt bei der Durchsetzung der Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht und der Coronaschutzverordnung zu unterstützen. Dafür würden auch Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzugezogen.

Dabei sind Lifte und Pisten, Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es keine Toiletten gibt sowie keine Möglichkeiten zum Aufwärmen - und auch keine Retter vor Ort sind. Dort heißt es: "Wir lieben unsere Berge. Sie bestimmt auch: Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?"

Polizei im Harz rät von Reisen in die Skigebiete ab

Wegen Überfüllung rät die Polizei im Harz weiter von Ausflügen in die winterlichen Berge ab. Der Ansturm ging aber auch dort weiter: Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten schon am Samstagmorgen an. Die Polizei Goslar twitterte am Vormittag, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien. Sie appellierte an Tagesausflügler, weiträumig auf andere Gebiete im Harz auszuweichen und die Rettungswege frei zuhalten. Auch der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt, viele Autofahrer parkten am Straßenrand.

In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen. Die Schlepplifte sind aber wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Viele Familien und auch Gruppen machten sich zu Fuß auf den Weg. Schon an den vergangenen Tagen stauten sich die Autos in Ausflugsorten kilometerlang.

In vielen Regionen soll es am Wochenende schneien

01.01.2021, Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Ausflüger mit Schlitten gehen an einer geschlossenen Skipiste an einem Banner mit Corona-Verhaltensregeln vorbei. Die Stadt Winterberg bittet wegen der Corona-Pandemie auf Besuche in dem Wintersportort und
In dem Skigebiet sind alle Gaststätten geschlossen. Die Menschen kommen trotzdem.
© dpa, Marius Becker, mb sab

Das Wetter in Deutschland bleibt erst einmal winterlich und trist. Am Sonntag gibt es eine dicke Wolkendecke und Schnee. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes rechnen damit, dass es im Laufe des Tages in vielen Regionen schneit - in einem Streifen von Baden-Württemberg über Hessen und Thüringen bis nach Sachsen und Brandenburg. Dabei dürften 2 bis 5 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen.

Mit Glatteis müsse vor allem im Osten gerechnet werden. Mit Auflockerungen sei indes nicht zu rechnen. Höchstwerte liegen laut DWD zwischen minus 1 Grad im Bergland und 5 Grad an der See. "Sonne ist in den kommenden Tagen wirklich kein großes Thema", teilte ein Sprecher des Wetterdienstes mit. Mindestens bis Mitte der Woche bleibt es demnach unter dicken Wolken bei nasskalter Witterung.

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