Wieder richtig fit nach dem Infekt - so gelingt's

So laden wir die Akkus wieder auf, wenn wir krank waren

Gesund werden nach einem Infekt
So werden Sie wieder richtig gesund
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Nach der Krankheit wieder Kraft und Energie tanken

Nach dem Infekt ist vor dem Infekt, weil unser Immunsystem dann geschwächt ist? Das muss nicht so sein. Diese Tipps können Ihnen helfen, wieder richtig auf die Füße zu kommen.

In der Infekt-Saison wieder richtig gesund werden

Im Moment sind viele Menschen in Sorge um ihre Gesundheit - die Grippewelle hält noch an, immer wieder erreichen uns neue Nachrichten zur Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus . Wer jetzt gerade von einem grippalen Infekt genesen ist, hat oft Angst, noch geschwächt zu sein und sich gleich das Nächste einzufangen. Natürlich kann man sich nicht komplett vor Ansteckung schützen. Aber ein paar einfache Tipps können helfen, sich wieder richtig gesund zu fühlen.

1. Das Bett hüten

Bettruhe halten hilft bei der Genesung
Wenn der Arzt Bettruhe verordnen, sollten Sie sich daran halten
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Wenn der Arzt Bettruhe verordnet, zum Beispiel bei einer Influenza, sollten Sie auch wirklich das Bett oder die Couch hüten. Nur ein bisschen vom Sofa aus arbeiten oder schnell noch die Wäsche machen? Nein! Auch der Wocheneinkauf mit schweren Tüten ist einfach zu viel. Wenn Sie richtig krank sind, sollten Sie sich am besten Hilfe von Freunden oder Verwandten holen, die Ihnen ein Essen vor die Tür stellen oder die Kinder von der Betreuung abholen. Bei Erkrankungen, die Sie richtig außer Gefecht setzen oder einer Verletzung mit längerer Bewegungseinschränkung, kann der Arzt auch Hilfe im Haushalt für Sie bei der Krankenkasse beantragen. Unser Tipp: Fragen Sie aktiv nach und scheuen Sie sich nicht, Angebote anzunehmen.

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2. Schlafen, schlafen, schlafen

Die heilende Wirkung von Schlaf ist nicht zu unterschätzen. Denn vor allem in den Tiefschlafphasen kann unser Körper weiße Blutkörperchen bilden, die eine wichtige Rolle bei der Infektabwehr spielen. Wenn man krank ist, können es also gern mehr als acht Stunden Schlaf sein. Denn bei einem Infekt ist der Schlaf nicht immer erholsam, wenn man nachts Schüttelfrost hat oder hustet. Also geben Sie Ihrem Schlafbedürfnis immer nach, wenn Sie müde sind - auch noch in der Erholungsphase. Schlafen Sie auch in den Wochen danach noch möglichst lange aus oder lassen Sie bei einem Power-Nap kurz die Augen zufallen, wenn Ihre familiäre oder berufliche Situation es zulässt.

3. Lange genug auskurieren

Der Körper braucht Zeit, um Krankheiten richtig auszukurieren und seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Die Faustregel lautet: So lang wie die Erkrankung dauert auch die Rekonvaleszenz, also die Genesungsphase. Bei einem grippalen Infekt sind das meist ein paar Tage, bei einer Influenza oder einer Lungenentzündung kann es auch nach dem Abklingen der primären Krankheitssymptome Wochen dauern, bis wir wieder ohne zu schnaufen die Treppe raufkommen.

Auch wenn's langsam besser geht und Sie wieder aufstehen können: Schleppen Sie sich auf keinen Fall ins Büro, wenn Sie sich noch nicht richtig fit fühlen. Dann sollten Sie sich lieber noch einmal richtig untersuchen lassen und den Arzt bitten zu prüfen, ob eine Verlängerung der Krankschreibung nicht sinnvoll wäre. Ihre Kollegen werden es Ihnen danken, denn Sie könnten ja vielleicht sogar noch andere anstecken.

4. Gesunde Ernährung ist das A und O

Gesunde Ernährung für Kranke
Leichte Kost ja, Diät nein: So ernähren Sie sich, wenn Sie krank sind
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​Natürlich ist es einfacher, das Pizza-Taxi zu bestellen, wenn es uns nicht gut geht. Aber viel frisches Obst und Gemüse wären nun das Richtige. Sie bringen uns gesunde Vitamine. Nüsse und Hülsenfrüchte liefern Zink - alles super für ein gutes Immunsystem. Eine Hühnersuppe mit reichlich Gemüse und etwas Ingwer und Kurkuma enthält viel Zink und Eisen und soll wie ein natürliches Antibiotikum wirken. Dazu befeuchten die Dämpfe aus der Schüssel die Schleimhäute - fast wie eine Inhalation. Zu aufwändig? Äpfel, Möhren, Bananen, Paprikas oder Tomaten sind Lebensmittel, die nicht aufwändig zubereitet oder gegart werden müssen. Das ist perfekt für Kranke und lässt sich auch auf dem Sofa knabbern. Zur Not auf Tiefkühlgerichte mit viel Obst und Gemüse zurückgreifen.

Wenn Sie nicht so viel Hunger haben wie sonst, ist das nicht schlimm. Wenn man sich ausruht, sinkt der Grundumsatz des Körpers, er benötigt dann nicht so viele Kalorien. Der Körper bevorzugt nun leichte, eiweißreiche Kost. Nur eine gezielte Diät zur Gewichtsreduzierung sollte man nun nicht einhalten.

5. Viel trinken - Wasser, Tee, frische Obst- und Gemüsesäfte

Dass Sie am besten keinen Alkohol trinken, wenn Sie krank sind oder mitten im Genesungsprozess, versteht sich eigentlich von selbst. Schließlich kann das Genussgift die Wirkung von Medikamenten mindern oder verstärken. Viel Wasser und ungesüßter Tee heißt hier die Empfehlung - gerade, wenn man angeschlagen ist. Frisch gepresste Obst- oder Gemüsesäfte können wertvolle Vitamine liefern. Ein Smoothie ist hier eine gute und nahrhafte Alternative, falls der Appetit unter der Krankheit leidet. Ein Tee mit frischem Ingwer und Kurkuma wird von vielen Patienten geschätzt und soll antibakteriell wirken. Rauchen ist selbstverständlich nicht förderlich.

6. Die Darmflora ins Gleichgewicht bringen

Unser Immunsystem läuft in großen Teilen über den Darm. Ein gesunder Darm und eine ausgeglichene Verdauung sind damit ein Grundpfeiler für eine gute körpereigene Abwehr und schützen vor Allergien . Infekte, aber auch eine Behandlung mit Antibiotika, können die Darmflora ins Ungleichgewicht bringen. Durchfall und Pilzinfektionen können die Folge sein. Manche Ärzte verordnen daher schon parallel zum Antibiotikum oder alternativ im Anschluss eine Kur mit Probiotika . Doch beachten Sie: Die meisten Präparate sind zwar rezeptfrei erhältlich, doch es gibt zahlreiche Produkte mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Ihr Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker hilft, das passende Mittel zu finden. Fermentierte Lebensmittel wie Naturjoghurt oder Sauerkraut tragen ebenfasls zu einer gesunden Darmflora bei. Hier erfahren Sie, welche Lebensmittel noch das Immunsystem stärken können .

7. Vorsichtig wieder in Bewegung kommen - am besten an der frischen Luft

Gut fürs Immunsystem: draußen Sport treiben
Sport an der frischen Luft ist gut fürs Immunsystem
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Da ist man mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet und war drei Mal die Woche im Fitness-Studio und dann das! Zwei Wochen lang liegt man mit Influenza im Bett und der Trainingseffekt scheint gleich wieder dahinzuschwinden? Auch wenn's schwerfällt: Manchmal muss man die Füße einfach stillhalten, weil Sport den Körper gerade überfordern würde. Und das kann negative Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben. Unser Tipp: Starten Sie mit einem Spaziergang oder Walking. Sobald Sie merken, dass Sie selbst bei dieser leichten körperlichen Betätigung ins Schwitzen kommen, sollten Sie aufhören. Langsam steigern heißt hier die Devise. Wenn Sie wieder fit genug sind, ist leichter Ausdauersport genau das Richtige. Er hat eine positive Wirkung auf die körpereigene Abwehr.

8. Die Abwehrkräfte stärken

Wenn es Ihnen wieder gut geht, können Sie noch mehr tun, damit Ihr Immunsystem dem nächsten Infekt trotzen kann. Das Wichtigste: Stress vermeiden und regelmäßig für Entspannung sorgen.

Kneippgüsse mit kaltem Wasser auf die Waden oder waten durch eine Wanne mit kaltem Wasser können den Körper zumindest an den Wechsel von warmen Räumen nach draußen ins Kalte gewöhnen. Ob sie die Infekt-Abwehr fördern, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Auch Phytopharmaka, die auf die Heilkraft oder die antibiotische Wirkung von Pflanzen setzen, werden in der Naturheilkunde gern eingesetzt.

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Mikronährstoffe, vor allem die Vitamine B1, B6, B12, C, D, Folsäure und Niacin sowie die Mineralstoffe Zink, Eisen und Selen können die Immunkompetenz fördern. Wenn Sie sich ausgewogen und gesund ernähren, sollten Sie damit eigentlich versorgt sein. Aber der Vitamin-D-Spiegel könnte bei vielen Menschen in unseren Breitengraden höher sein . Dieses Vitamin bildet der Körper selbst, wenn die Sonne auf die Haut scheint.

Wenn nachgewiesenermaßen ein Mangel da ist, können Vitamin- oder Vitalstoffpräparate helfen und gezielt das Defizit ausgleichen. Hier kommt es aber auf die Zusammensetzung an - und darauf, dass Vitamine wie A und D nicht in zu großer Menge für Ihren individuellen Bedarf enthalten sind. Die kann man leicht überdosieren, weil sie nicht so einfach vom Körper wieder ausgeschieden werden wie etwa Vitamin C. Lassen Sie sich im Zweifelsfall vom Arzt beraten. Ernährungsexpertin Marina Lommel erklärt im Video, worauf es ankommt.

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9. Die Hygieneregeln einhalten

Und natürlich sollten Sie, gerade wenn Sie vor kurzem erst krank waren, die Hygieneregeln besonders respektieren: regelmäßig lüften, Abstand halten zu Menschen, die ansteckend sein könnten, regelmäßig die Hände waschen ( hier zeigen wir, wie's richtig geht ), Glas oder Flasche nicht mit anderen teilen. Waschen Sie Ihre Bettwäsche und Handtücher und reinigen Sie Ihre Zahnbürste oder tauschen sie aus .

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt nicht den Gang zum Arzt oder eine medizinische Beratung durch Fachleute.