21. August 2018 - 16:39 Uhr

Streit im Supermarkt eskalierte

Vivien K. wollte nur ihren Freund beschützen und wäre dabei fast gestorben. Ein 17-Jähriger stach sie mit einem Messer nieder, als sie in einem Supermarkt einen Streit zu schlichten versuchte. Jetzt muss sich der Täter in Hannover vor Gericht verantworten – für die 24-Jährige und ihren Freund Dominik ein schlimmer Termin. Denn der Angriff hat tiefe Narben auf der Seele hinterlassen.

Vivien K. lag nach dem Messerangriff vier Tage im Koma

Als sich im März in einem Supermarkt in Burgwedel zwei Halbwüchsige raufen, ermahnen Vivien und Dominik die beiden. Doch der 17-Jährige und sein erst 14 Jahre alter Cousin gehen plötzlich auf Dominik los, schlagen auf ihn ein. Als Vivien dazwischen geht, rammt ihr der 17-Jährige ein Messer zwischen die Rippen. Sie wird schwer verletzt und ins künstliche Koma versetzt, wacht erst vier Tage später auf. Die Ärzte müssen ihr die Milz und Teile der Bauchspeicheldrüse entfernen, mehrere Rippen sind gebrochen.

Der Täter ist ein 17-jähriger Flüchtling aus Syrien, der 2013 nach Deutschland eingereist ist. Er ist wegen versuchten Totschlags angeklagt, hat in der Untersuchungshaft schon ein Geständnis abgelegt. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Jugendstrafe. Vivien hofft, dass er lange ins Gefängnis muss und auch der 14-jährige Cousin seine gerechte Strafe bekommt.

Die Angst ist Viviens ständiger Begleiter

Vor dem Landgericht Hannover trifft Vivien nun zum ersten Mal den Mann wieder, der sie fast umgebracht hätte. Hass oder Rachegefühle empfindet sie trotzdem nicht. "Ich bin eher verängstigt", erzählt die junge Frau, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt. Wie emotional diese Begegnung für die 24-Jährige ist, sehen Sie im Video.