„Gestank war so stark, dass uns die Augen tränten“

Tierärzte befreien 136 Hunde aus Haus und Ställen

18. Juli 2019 - 16:50 Uhr

136 Hunde eingesperrt und vernachlässigt, darunter 53 Welpen

Ein Hundezüchter und seine Frau haben 136 Hunde, darunter 53 Welpen, eingesperrt und im Dunkeln ausgehungert. Sie hätten die Tiere ohne Genehmigung gehalten, teilte die Kreisverwaltung in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit. "Die Tiere waren in erheblich zu kleinen Drahtkäfigen, Holzverschlägen und Transportboxen in abgedunkelten Wohnräumen vom Keller bis unter das Dach des Wohnhauses und in Ställen mit wenig Tageslichteinfall eingesperrt." Tierheime, die die verwahrlosten Hunde aufnahmen, teilten auf Facebook Bilder und Videos der verängstigten Tiere.

Hunde in Tierheimen in drei Bundesländern untergebracht

"Keine Frischluft, kein Auslauf. Der Ammoniak-Gestank war so stark, dass uns die Augen tränten", kommentierte das Tierheim Koblenz die Aufnahmen bei Facebook. Solche Einsätze gehörten mittlerweile fast zum Alltag des Tierheims. "Warum das so ist? Weil Menschen billig Welpen kaufen wollen."

Die Tierärzte brachten die Hunde nach ihrer Befreiung am Dienstag mit Hilfe von neun Tierschutzvereinen in Tierheimen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen unter. Die Hunde wurden tierärztlich versorgt. Wegen der "eklatanten Tierschutzverstöße wurde dem Ehepaar ein generelles Tierhalteverbot für alle Tierarten erteilt", erklärte die Kreisverwaltung. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet und das Paar müsse für die entstandenen Kosten aufkommen.

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