Heute Nachmittag: Kranwagen bergen den entgleisten Regionalzug. Die Szene zeigt, mit welch tödlicher Wucht er gestern Abend aus dem Gleis sprang, auf seinem Weg durch Baden-Württemberg von Sigmaringen nach Ulm.
Bahnchef Richard Lutz ist heute vor Ort, zusammen mit Bundesverkehrsminister Schnieder und Ministerpräsident Kretschmann. Er ringt um Fassung.
Starkregen war vor dem Unglück über die Region gezogen. Die Fluten sind zu viel für diesen Gully oberhalb des Unglücksorts. Das Wasser fließt hinunter zur Bahntrasse. Mit Folgen.
Ein Stück dieses Hangs hier ist nach den schweren Gewittern abgerutscht. Erde und Geröll sind genau auf den Schienen gelandet. Der Zug dürfte also mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 Kilometern pro Stunde hier entgleist und völlig verkeilt zum Stehen gekommen sein.
Die Retter erleben in der Nacht bedrückende Szenen. Die Helfer kommen nur schwer an die Verletzten heran. Die Uniklinik Ulm löst ihren Alarmplan aus. Binnen kurzem sind 120 Mitarbeiter da.
Die Bergung des Zugs ist auch für die Polizei wichtig, um den Fahrtenschreiber bergen zu können. Wie lange die Strecke gesperrt bleiben muss, soll in den nächsten Tagen ein Gutachten ergeben.